BASF hat heute den Markteintritt für seinen UV-Filter Tinosorb S (Bemotrizinol) in den USA bekanntgegeben. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Wirkstoff zugelassen, zugleich sicherte sich der Konzern von DSM Nutritional Products eine Co-Exklusivlizenz für 18 Monate. Damit kann BASF den Sonnenschutzfilter, der in Europa bereits etabliert ist, künftig auch amerikanischen Herstellern von Kosmetik- und Pflegeprodukten anbieten – ein Schritt, der das Geschäft mit Spezialchemikalien im Care-Chemicals-Bereich stärken soll.

Die Nachricht reiht sich in eine dichte Abfolge von Unternehmensmeldungen der vergangenen Tage ein. Rückenwind liefert vor allem das zweite Quartal: Am 29. Juli meldete BASF einen Umsatzanstieg um 2,4 Milliarden Euro auf 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 2,4 Milliarden Euro über den Erwartungen der Analysten, weshalb der Konzern seine Jahresprognose anhob. Parallel kündigte BASF die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro für das dritte Quartal an, um die Nettoverschuldung zu senken.

Rückkaufprogramm läuft, Rhein-Pegel bereitet Sorgen

Auch das neue Aktienrückkaufprogramm nimmt Fahrt auf. Es war am 3. August mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro gestartet und soll bis April 2027 abgeschlossen sein. Zwischen dem 3. und 7. August kaufte BASF bereits 545.000 eigene Aktien über die Börse zurück. Solche Programme verknappen die Zahl der ausstehenden Anteile und gelten am Markt üblicherweise als stützendes Signal für den Kurs.

Weniger erfreulich ist die Lage am Rhein: Anhaltendes Niedrigwasser am Pegel Kaub führt Medienberichten zufolge zu steigenden Transportkosten und vereinzelten Lieferengpässen am Stammwerk Ludwigshafen. Sollte die Trockenheit anhalten, drohen laut diesen Berichten weitere Belastungen für die Produktionsabläufe – ein wiederkehrendes Risiko für den Standort, das BASF in den kommenden Wochen im Blick behalten muss.

Kleinere strukturelle Anpassungen kommen aus Indien: Die dortige Tochtergesellschaft BASF India hat die Schließung der Sulfatierungs- und Niedrigtemperatur-Reaktoranlagen am Standort Dahej im Bereich Care Chemicals beschlossen.

Der betroffene Bereich trug im vergangenen Geschäftsjahr rund 4 Prozent zum Umsatz der indischen Einheit bei – ein überschaubarer, aber sichtbarer Portfolioschritt. Zusätzlich hat die Agrarsparte Ende Juli die weltweite Registrierung des neuen PPO-Herbizids Replexor Active mit dem Wirkstoff Fendioxypyracil eingeleitet, das breitblättrige Unkräuter und Gräser bekämpfen soll.

Analysten reagieren auf starke Zahlen

Die Kombination aus Gewinnüberraschung und Kapitalrückführung hat auch Analysten auf den Plan gerufen. Kepler Capital Markets stufte die BASF-Aktie am 7. August von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch, nachdem die Ergebnisse je Aktie im zweiten Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen hatten.

Deutsche Bank bestätigte ihr Rating bereits am 29. Juli mit einem Kursziel von 60 Euro – dem höchsten Wert unter den genannten Einschätzungen. UBS und Berenberg waren zurückhaltender und siedelten ihre Kursziele bei 55 beziehungsweise 50 Euro an.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die verbesserte Stimmung bereits wider: Die Aktie notiert aktuell bei 51,52 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen um 8,92 Prozent zugelegt. Vom Jahreshoch ist das Papier noch rund 6,41 Prozent entfernt.

Für Anleger bleibt damit die Frage im Fokus, ob die operative Stärke aus dem zweiten Quartal – gepaart mit Rückkäufen und dem neuen US-Geschäft für Tinosorb S – ausreicht, um die Aktie in Richtung ihres bisherigen Jahreshochs zu tragen, während Risiken wie das Rhein-Niedrigwasser im Blick bleiben.