BASF bekommt ein positives Signal aus einer Sparte, die im Konzernumbau eine wichtigere Rolle spielt: Coatings. Die Lacktochter wurde für ein Verfahren ausgezeichnet, das Autolackierungen effizienter und ressourcenschonender machen soll. Für den Chemiekonzern ist das mehr als ein Preis im Regal.
Warum der Preis mehr ist als Symbolik
BASF Coatings erhielt den „Sustainability Award in Automotive 2026“ in der Kategorie „Technologie: Betrieb & Lieferkette“. Prämiert wurde das Verfahren „Overspray-Free-Application“, kurz OFLA.
Der Ansatz zielt auf die Zwei-Ton-Lackierung von Fahrzeugen. Der Lack wird so präzise aufgetragen, dass der sonst übliche Sprühnebel entfällt. Dadurch sinkt der Bedarf an Abklebearbeiten, Material und Energie in den Lackierstraßen der Autohersteller.
Genau hier liegt der strategische Wert. BASF kann mit OFLA zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur über neue Materialien läuft, sondern auch über bessere industrielle Prozesse. Das passt zur Lage vieler Kunden: Sie wollen Emissionen senken, ohne ihre Produktion unnötig komplizierter zu machen.
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Coatings passt zur neuen BASF-Logik
Die Sparte gehört zu den „Standalone Businesses“ im Segment Surface Technologies. Diese Einheiten werden marktnäher geführt als klassische Kerngeschäfte. BASF will seine Geschäftsbereiche differenzierter steuern und dort ansetzen, wo eigenständige Marktlogik mehr Tempo bringt.
Das ist wichtig, weil der Konzern im Bereich Basischemikalien weiter mit einem schwierigen Umfeld ringt. Spezialgeschäfte wie Oberflächentechnik können diesen Druck nicht allein ausgleichen. Sie liefern aber einen Gegenpol: weniger Rohstoffzyklik, mehr Kundennähe, stärkerer Technologiebezug.
An der Börse ist die Stimmung zuletzt abgekühlt. Die BASF-Aktie schloss am Mittwoch bei 50,92 Euro, auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 6,33 Prozent, seit Jahresanfang bleibt aber ein Plus von 13,81 Prozent.
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Kostendisziplin bleibt der harte Teil
Neben technologischen Fortschritten läuft der interne Umbau. Das neue „Core Transformation Office“ unter Julia Raquet koordiniert das Programm „CoreShift“. BASF will die zahlungswirksamen Fixkosten in den Kerngeschäften bis 2029 um bis zu 20 Prozent gegenüber 2024 senken.
Für die Kapitalrückflüsse bleibt die Linie klar. Nach der Hauptversammlung im April wurde für 2025 eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Die Zahlung erfolgte am 6. Mai.
Bis 2028 hält BASF am Ziel fest, mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückzugeben. Diese Zusage erhöht den Druck, den Konzernumbau tatsächlich in bessere Cashflows zu übersetzen.
Der Nachhaltigkeitspreis liefert keine neue Ergebnisprognose. Er zeigt aber, dass BASF in ausgewählten Spezialmärkten weiter technologische Relevanz besitzt. Für die Aktie bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: Anerkennung in einer profitableren Nische, Kostendruck im Kern und ein Kurs, der nach dem Rücksetzer noch klar über dem Jahresstart liegt.
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