BASF-Chef Markus Kamieth reist diese Woche mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach China — ein Signal, wie wichtig der Markt für den Ludwigshafener Chemiekonzern bleibt. In Peking stehen Gespräche mit hochrangigen Regierungsvertretern auf dem Programm, darunter Handelsminister Wang Wentao und Vizeministerpräsident He Lifeng.
Heikles Terrain: Fairness und seltene Erden
Reiche mahnte zum Auftakt des Besuchs faire Wettbewerbsbedingungen an. Reziprozität sei das Leitprinzip — beide Seiten sollen vergleichbare Marktzugangsbedingungen haben. Für BASF ist das keine abstrakte Forderung: Als einer der größten ausländischen Chemieproduzenten in China, mit einem milliardenschweren Verbundstandort in Zhanjiang, hängt das operative Geschäft direkt von stabilen Rahmenbedingungen ab.
Besonders heikel sind Chinas Exportkontrollen für seltene Erden und Magnete — eine direkte Folge des US-chinesischen Handelskonflikts, die auch europäische Unternehmen trifft. Reiche will in Peking explizit über Lieferketten und den Zugang zu diesen Rohstoffen sprechen. Für die Chemieindustrie, die auf verlässliche Vorlieferanten angewiesen ist, bleibt das ein strukturelles Risiko.
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Das Handelsungleichgewicht zwischen Deutschland und China verschärft die Lage. 2025 importierte Deutschland Waren im Wert von rund 170 Milliarden Euro aus China — 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Exporte sanken hingegen um knapp zehn Prozent auf 81,3 Milliarden Euro.
Rückkaufprogramm läuft weiter
Unabhängig vom Pekinger Parkett setzt BASF das laufende Aktienrückkaufprogramm planmäßig fort. In der Woche vom 18. bis 22. Mai wurden rund 1,57 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, zu volumengewichteten Kursen zwischen 51,73 und 52,88 Euro. Seit Programmstart im November 2025 hat BASF damit insgesamt knapp 26,9 Millionen Aktien erworben.
Der China-Besuch fällt in eine Phase, in der Peking und Berlin den wirtschaftspolitischen Dialog nach monatelanger Zurückhaltung wieder intensivieren. Ob daraus konkrete Erleichterungen für deutsche Unternehmen folgen, entscheidet sich wohl erst in den Wochen nachReiches Rückkehr — wenn die Gespräche auf Arbeitsebene weitergehen.
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