BASF räumt auf und greift gleichzeitig zu. Während der Konzern in Südamerika ein Randgeschäft abgibt, hält er bei Evonik am Übernahmekurs fest. Die Anleger honorieren das: Die Aktie notiert auf einem Jahreshoch.

Palatal geht nach London

Der Chemiekonzern hat eine Vereinbarung zum Verkauf seines Palatal-Geschäfts in Chile unterzeichnet. Käufer ist ALTA Performance Materials, ein Hersteller von Polyester- und Vinylesterharzen mit Sitz in London. Palatal beliefert Kunden aus Bau, Bergbau, Aquakultur, Transport und Industrie und produziert am Standort Concón.

Für ALTA ist es der zweite Produktionsstandort in Lateinamerika. BASF begründet den Schritt mit der Fokussierung auf das chemische Kerngeschäft. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen, darunter behördliche Genehmigungen. Bis dahin bleibt Palatal Teil von BASF und arbeitet unabhängig weiter. Einen Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht.

Der Verkauf passt in ein Muster: BASF trennt sich systematisch von Randaktivitäten und schärft sein Profil.

Evonik bleibt im Visier

Parallel dazu hat BASF den Kaufpreis für Evonik erhöht. Der Konzern signalisiert damit, dass er das Vorhaben nicht aufgibt. Die Börse stört das offenbar nicht. Marktbeobachter sehen in der Kombination aus Verkäufen und Zukauf eine konsequente Portfoliostrategie.

Die Aktie legt auf Sicht von zuletzt rund 25 Prozent zu und markiert ein Jahreshoch. Zu Wochenbeginn ging es am Handelstag zudem um gut 2 Prozent nach oben, als die Diskussion unter Privatanlegern wieder an Fahrt gewann.

Was jetzt zählt

Beim Palatal-Verkauf stehen die behördlichen Freigaben aus, ein konkreter Abschlusstermin ist nicht genannt. Bei Evonik hängt vieles davon ab, ob das erhöhte Angebot bei den Evonik-Eignern verfängt. Einzelheiten zu Konditionen und Zeitplan liegen bislang nicht vor.