Im Ringen um den Spezialchemiekonzern Evonik Industries zeichnen sich neue Nuancen ab. Die Aktie von BASF legte heute um 1,8 Prozent auf 52,37 Euro zu. Treibende Kraft hinter dieser Bewegung sind aktuelle Berichte über die Konditionen, unter denen die Ludwigshafener zu finanziellen Zugeständnissen bereit wären.
Verhandlungen nach Einsicht in die Bücher
Laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX ist BASF nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person bereit, über ein höheres Angebot für Evonik zu sprechen. Als Bedingung für einen solchen Schritt gilt jedoch ein vorheriger Einblick in die Bücher des Essener Unternehmens.
Zuvor soll BASF Medienberichten zufolge 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Diese Offerte war auf Seiten von Evonik als zu niedrig zurückgewiesen worden. Eine Einigung oder ein formell aufgestocktes Gebot ist bislang nicht bestätigt.
Am Markt war ein Nachbessern der ursprünglichen Offerte bereits erwartet worden. Das Handelsblatt berichtete über Einschätzungen von Investoren und Aktionärsvertretern, die mit einem weiteren Vorstoß der Ludwigshafener rechnen. Dabei wurde ein möglicher Kaufpreis von rund 25 Euro je Evonik-Aktie als Markterwartung genannt, ohne dass dieser Betrag als vereinbartes Angebot gilt.
Vorbehalte bei nordamerikanischen Anlegern
Unter den bestehenden BASF-Aktionären stößt eine Großübernahme im Inland allerdings nicht nur auf Zuspruch. Bernstein Research beließ die Einstufung für BASF heute nach Investorentreffen in Nordamerika auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 61 Euro. Analyst James Hooper hielt in seiner Einschätzung fest, dass das Feedback der Anleger zum Synergiepotenzial einer Evonik-Übernahme fast ausnahmslos negativ ausgefallen sei.
Im Fokus der Kritik stehen vor allem die Integrationsrisiken und die Frage, welchen strategischen Mehrwert der Zukauf für das Portfolio bietet. Die Skepsis am Kapitalmarkt verdeutlicht, dass das Management bei weiteren Verhandlungsschritten eine überzeugende Begründung für die Transaktion vorlegen muss.
Blick auf die anstehende Zwischenmitteilung
Neben den Übernahmespekulationen rücken für BASF zeitnah wieder die operativen Geschäftszahlen in den Mittelpunkt. Das Unternehmen hat angekündigt, die Mitteilung für das dritte Quartal 2026 am 28. Oktober um 7:00 Uhr MEZ vorzulegen. Mit der heutigen Kursentwicklung rückt das Papier wieder näher an sein 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro heran.
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