BASF hat heute mit Partnern ein Projekt zum Recycling ausgedienter Kissen aus Polyurethanschaum gestartet. Es soll mögliche Verwertungswege und neue Anwendungen für das Material untersuchen.
Parallel zeigt ein Praxistest mit technischen Dämmstoffen in Ludwigshafen, wie sich industrielle Abfälle als Rohstoff zurückgewinnen lassen. Für Anleger unterscheiden sich die Vorhaben vor allem durch ihren Entwicklungsstand: Forschung steht neben bereits erprobter Trenntechnik.
Vom alten Kissen zum neuen Werkstoff
Das neue Kissenprojekt baut auf der Polyurethan-Kreislauftechnologie und dem Konzept BASF Loop auf. Die Partner untersuchen nicht allein das Recyclingverfahren. Auch Produktgestaltung, Materialzusammensetzung und die Organisation der Abfallströme gehören zum Ansatz.
Damit richtet sich der Blick auf die gesamte Verwertungskette. Sammlung und Sortierung sind ebenso Gegenstand des Projekts wie mögliche Wege zur Rückgewinnung des Materials. Studierende sollen dabei praktische Erfahrungen mit Kreislaufwirtschaft sammeln und an der Untersuchung neuer Anwendungen mitwirken.
Der Charakter des Vorhabens bleibt explorativ: BASF und seine Partner wollen geeignete Recyclingwege erst untersuchen. Das Projekt ist deshalb als Entwicklungsschritt einzuordnen und nicht als bereits etablierter industrieller Materialkreislauf.
Dämmstoffrecycling besteht den Praxistest
Weiter fortgeschritten ist ein anderes Vorhaben am BASF-Standort Ludwigshafen. Dort wurde 2025 beim Umbau eines Tanklagers das Recycling technischer Steinwolle-Drahtnetzmatten unter realen Bedingungen erprobt.
Eine von Rockwool gemeinsam mit einem Spezialpartner entwickelte Anlage trennt die Steinwolle von Drahtnetzen, Kaschierungen und weiteren Bestandteilen. Die Anlage befindet sich bereits in Betrieb. Das zurückgewonnene Gesteinsmehl kann Basalt als Rohstoff für die Herstellung von Steinwolle ersetzen.
BASF und Rockwool halten den Prozess für skalierbar und auf andere Industriestandorte übertragbar. Das Recycling soll den Bedarf an Deponieraum und den Abbau neuer Rohstoffe verringern. Der Einsatz bleibt allerdings begrenzt: Kontaminiertes Material sowie vor 2000 hergestellte Produkte sind ausgeschlossen.
Unterschiedliche Reifegrade prägen die Einordnung
Die beiden Projekte verfolgen denselben Grundgedanken, setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Beim Polyurethanschaum stehen Materialgestaltung und mögliche Rückgewinnungswege im Mittelpunkt. Bei den technischen Dämmstoffen geht es bereits um eine praktisch erprobte Trennung und die Nutzung des gewonnenen Materials.
Für die Anlageperspektive ist diese Unterscheidung entscheidend. Das Kissenprojekt eröffnet Forschungs- und Anwendungsmöglichkeiten. Der Dämmstoffversuch liefert dagegen einen konkreten Nachweis für die technische Umsetzung unter industriellen Bedingungen. Wie breit sich der Ansatz einsetzen lässt, hängt auch von den ausdrücklich genannten Materialgrenzen ab.
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