BASF treibt das Werben um den Spezialchemiekonzern Evonik voran, zieht aber eine klare rote Linie beim Preis. Ein Zusammenschluss sei strategisch sinnvoll und der richtige Schritt zur Konsolidierung der europäischen Chemiebranche, bekräftigte Vorstandschef Markus Kamieth am Mittwoch in Ludwigshafen. Einen Kauf um jeden Preis schloss er jedoch aus. Eine Transaktion werde nur weiterverfolgt, wenn sie für die eigenen Aktionäre wirtschaftlich von Vorteil sei.

Die Ludwigshafener haben ihr Gebot für den Essener Konkurrenten auf 24 Euro je Aktie angehoben. Das bewertet Evonik mit gut elf Milliarden Euro. Eine Vorentscheidung liegt bei der RAG-Stiftung, die mit einem Anteil von rund 43 Prozent der größte Anteilseigner von Evonik ist.

Politischer Widerstand regt sich indes bereits. Aus den Reihen der CDU-Arbeitnehmerschaft kamen Forderungen, das Vorhaben zu beenden, da der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen drohe. Kamieth hält dagegen: Die Portfolios beider Konzerne würden sich sehr gut ergänzen. In einem konsolidierenden europäischen Markt könne so ein schlagkräftigerer Akteur entstehen.

Quartalsgewinn übertrifft Erwartungen

Rückenwind für das Vorhaben liefert das operative Geschäft. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg auf 1,64 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen am Markt deutlich. BASF profitierte dabei von höheren Verkaufspreisen, während asiatische Konkurrenten unter den Folgen des Iran-Kriegs litten und Kunden nach Europa auswichen.

Unter dem Strich drückten Abfindungen und Umbaukosten auf den Reingewinn. Um die Fixkosten zu senken, läuft parallel ein Sparprogramm. Weltweit baute der Konzern seit Anfang 2024 bereits 8.600 Stellen ab, vor allem in Europa und im Stammwerk Ludwigshafen. Weitere Schließungen von Anlagen schließt das Management nicht aus.

Für 2026 hob die Unternehmensführung das Ziel für das bereinigte operative Ergebnis auf 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Die Börse reagierte dennoch verhalten. Die Aktie gab am Mittwoch um 1,3 Prozent nach, da Analysten für das vierte Quartal eine Abschwächung der operativen Entwicklung erwarten.