BASF hält sich die Tür für eine Nachbesserung bei der geplanten Übernahme von Evonik offen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern ist bereit, über einen höheren Kaufpreis zu verhandeln. Bedingung dafür ist allerdings ein vorheriger Einblick in die Bücher des Essener Spezialchemieherstellers. Mit diesem Schritt reagiert das Management auf die Zurückweisung einer ersten Offerte.
In einem ersten Anlauf hatte BASF 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten. Die Offerte bewertete Evonik inklusive Schulden mit mehr als 14 Milliarden Euro. Dem Essener Konzern war das zu wenig, das Gebot wurde als unzureichend abgelehnt. Vor Bekanntwerden der Übernahmepläne vor knapp drei Wochen notierten die Papiere von Evonik noch bei gut 18 Euro.
Zugeständnisse bei Standorten und Personal
Um den Widerstand aufzuweichen, signalisiert BASF weitreichende Garantien für die Belegschaft. Bestehende Vereinbarungen zur Standortsicherung und Beschäftigung sollen im Fall einer Übernahme unangetastet bleiben. Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen am Heimatstandort Deutschland bis 2032 vertraglich ausgeschlossen. Ein geplanter Stellenabbau darf dort nur über freiwillige Abfindungen erfolgen.
Für den Ludwigshafener Konzern geht es bei dem Zukauf vor allem um eine Stärkung des Kerngeschäfts. Die europäische Chemiebranche steht wegen anhaltend hoher Energiepreise und wachsender Konkurrenz aus China unter erheblichem Konsolidierungsdruck. BASF prüft deshalb auch Evoniks bestehende Verkaufspläne für das Basischemie-Geschäft Oxeno und den Chemieparkbetreiber Syneqt.
Markt setzt auf Nachbesserung
An der Börse reagierten die Anleger wohlwollend auf das Signal aus Ludwigshafen. Die BASF-Aktie legte im XETRA-Handel am Mittwoch um 2,16 Prozent auf 52,53 Euro zu. Die Anteilsscheine von Evonik stiegen zeitgleich um 1,59 Prozent auf 21,76 Euro.
Die Notierung spiegelt wider, dass Investoren mit einem Nachschlag rechnen. Nach Einschätzung der Privatbank Berenberg könnte eine nachgebesserte Offerte von BASF bei 24 bis 25 Euro je Aktie liegen. Ob es dazu kommt, hängt nun davon ab, ob das Evonik-Management den Ludwigshafenern den geforderten Zugang zu den Finanzbüchern gewährt.
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