Zehntausende Kläger fordern in den USA Milliarden. Eine Kapitalerhöhung schien für Bayer lange unausweichlich. Nun räumt das Management diese Sorge ab. Der Konzern finanziert den geplanten Roundup-Sammelvergleich vollständig über bestehende Kreditlinien.
Das Volumen des Vergleichs beläuft sich auf bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar. Bayer greift dafür auf Bankkredite in Höhe von acht Milliarden Dollar zurück. Die Folge: Ein Verwässerungseffekt für bestehende Aktionäre entfällt komplett. Marktbeobachter werten diese finanzielle Disziplin positiv. Der Konzern bewältigt die Restrukturierung offensichtlich aus eigener Kraft.
UBS sieht massives Potenzial
Die Schweizer Großbank UBS stützt diese Sichtweise. Analysten bestätigten am Donnerstag ihre Kaufempfehlung. Sie belassen das Kursziel bei 52,00 Euro. Das entspricht einem erheblichen Aufschlag zum aktuellen Niveau. Die Experten loben den zweigleisigen Ansatz des Managements. Bayer sichert juristische Risiken ab und liefert parallel dazu solide Ergebnisse in den Sparten Pharma und Crop Science.
Kampf um den Trendwechsel
An der Börse honorierten Anleger die Nachrichtenlage. Die Aktie gehörte am Donnerstag zu den stärkeren DAX-Werten und schloss bei 35,93 Euro. Technisch steht der Titel an einer entscheidenden Schwelle. Der Kurs notiert hauchdünn unter der langfristigen Trendlinie von 35,95 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen gleitenden Durchschnitt würde ein starkes Kaufsignal senden. Eine kurzfristige Überhitzung liegt laut RSI-Indikator aktuell nicht vor.
Fokus auf US-Justiz
Die nächsten Wochen bringen weitere Klarheit. Im Juli segnen die US-Gerichte den Milliardenvergleich voraussichtlich final ab. Parallel dazu urteilt der Supreme Court im Fall Durnell. Dieser Richterspruch hat Signalwirkung für einen Großteil der offenen Glyphosat-Klagen. Operativ rückt der Hoffnungsträger Asundexian in den Fokus. Die Europäische Arzneimittelagentur prüft aktuell, ob sie das Mittel zulässt.
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