Jeff Ubben hat genug gesehen. Seine Beteiligungsgesellschaft Inclusive Capital Partners trennte sich heute von rund 8,5 Millionen Bayer-Aktien — zu je 37,45 Euro, mit leichtem Abschlag gegenüber dem Vortagesschluss von 38,47 Euro. Der Gesamterlös: 318 Millionen Euro, abgewickelt über JPMorgan Chase. Der Kurs reagierte prompt und rutschte am Dienstag zeitweise um knapp drei Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief.
Vom Antreiber zum Abwickler
Ubben war Anfang 2023 mit klaren Forderungen eingestiegen: Konzernaufspaltung, Führungswechsel, strategische Neuausrichtung. Tatsächlich trug er maßgeblich zur Ablösung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann bei — jenem Manager, der 2018 die kostspielige Monsanto-Übernahme verantwortet hatte. Bayer honorierte Ubbens Einfluss 2024 mit einem Aufsichtsratssitz bis 2028.
Der Ausstieg ist dennoch kein Überraschungsmanöver. Bereits 2023 machte das Wall Street Journal publik, dass Ubben seine auf soziales Investieren ausgerichtete Firma schließt und schrittweise Kapital an seine Anleger zurückführt. Der aktuelle Verkauf ist damit eher das logische Ende eines länger laufenden Abwicklungsprozesses als ein spontanes Misstrauensvotum.
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Hartnäckige Altlasten
Das ändert wenig an der Signalwirkung für den Markt. Die erhoffte strukturelle Wende — allen voran die Aufspaltung der Konzernsparten — liegt unter CEO Bill Anderson auf Eis. Sein Umbauprogramm unter dem Schlagwort „Dynamic Shared Ownership“ zielt auf schlankere Strukturen, löst aber nicht das eigentliche Problem: die hohe Schuldenlast und die anhaltenden Glyphosat-Klagen in den USA.
Hinzu kommt, dass die jüngste Gewinnprognose für 2026 spürbar hinter den Analystenerwartungen zurückblieb. Die Erholungsrally von November 2025 bis Mitte Februar 2026, in der sich der Kurs nahezu verdoppelt hatte, ist längst abgeflaut. Eine Entscheidung des Obersten US-Gerichts zu den Glyphosat-Klagen steht noch aus — und bleibt als Unsicherheitsfaktor im Hintergrund.
Kurzum: Wer auf eine schnelle Neubewertung gesetzt hatte, wartet noch immer.
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