Gleich zwei Pharma-Meldungen treiben Bayer am Montagvormittag an die DAX-Spitze. Das Papier legt um etwa drei Prozent zu und liegt damit vor Vonovia und Siemens Energy. Auslöser sind eine Zulassung in China und frische Studiendaten zu einem Prostatakrebsmittel.
China öffnet die Tür für Asundexian
Die Arzneibehörde NMPA hat Asundexian unter dem Markennamen Sunharbo zugelassen. Das Mittel darf zur Vorbeugung sekundärer Schlaganfälle eingesetzt werden, bei Patienten nach einem kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder einem hochriskanten Minischlaganfall. Es ist das erste in China zugelassene Präparat aus der Klasse der FXIa-Hemmer. Diese greifen am FXIa-Protein an, das an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt ist.
Überraschend kommt der Schritt nicht. Bereits im Mai hatte Bayer ein beschleunigtes Verfahren gemeldet. Grundlage ist die Oceanic-Stroke-Studie: In Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmern senkte der Wirkstoff das Risiko ischämischer Schlaganfälle deutlich, ohne dass schwere Blutungen häufiger auftraten als unter Placebo.
Die Bedeutung reicht über China hinaus. Analysten trauen Asundexian Milliardenumsätze zu und sehen darin einen möglichen Blockbuster. Das Mittel soll Einbußen bei Xarelto und dem Augenmedikament Eylea abfedern, die nach Patentabläufen Umsätze an Generika verlieren. In den USA läuft ein beschleunigtes Zulassungsverfahren, dessen Ergebnis bald vorliegen dürfte.
Nubeqa: Starke Daten im Frühstadium
Parallel dazu liefert die Onkologie-Sparte. Beim Esmo-Krebskongress legte Bayer am Wochenende Zwischendaten einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie zu Nubeqa vor. Der Wirkstoff Darolutamid senkte bei Patienten mit hohem Rückfallrisiko, kombiniert mit einer Standardtherapie, das Risiko für Metastasen oder Tod um 58 Prozent gegenüber Placebo.
Nach vier Jahren waren 95 Prozent der behandelten Patienten metastasenfrei. In der Placebo-Gruppe lag der Anteil bei 88 Prozent. Der Abstand ist klinisch bedeutsam, gerade bei einer Erkrankung, in der frühe Intervention den Verlauf prägt.
Nubeqa ist bereits für fortgeschrittenere Stadien von Prostatakrebs zugelassen. Für das frühe Behandlungsstadium, das die Studie untersucht, steht die Zulassung noch aus. Gelingt sie, würde sich der potenzielle Patientenkreis spürbar erweitern.
Für den Konzern ist die Konstellation willkommen: Zwei Wachstumskandidaten gewinnen gleichzeitig an Kontur, während etablierte Umsatzträger unter Generikadruck stehen. Als nächster konkreter Meilenstein gilt die Entscheidung der US-Behörde über Asundexian, die bald erwartet wird.
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