Bayer bekommt im Pharmageschäft Rückenwind von der FDA. Die US-Behörde akzeptiert den Zusatzantrag für Kerendia bei Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung. Das ist mehr als ein einzelner Zulassungsschritt. Bayer versucht, Finerenon deutlich breiter zu positionieren.
Am Markt reicht das heute nicht für Rückenwind. Die Aktie notiert bei 38,42 Euro und liegt damit 1,91 Prozent im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotzdem ein Plus von 57,75 Prozent.
Kerendia rückt in neue Indikation vor
Bayer meldete den regulatorischen Schritt am 21. Mai 2026. Die FDA hat den ergänzenden Zulassungsantrag angenommen und mit Priority Review versehen. Ziel ist eine neue Indikation für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung.
Die Basis liefert die Phase-III-Studie FINE-ONE. Kerendia senkte dort das Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis über sechs Monate um 25 Prozent gegenüber Placebo. Bayer setzte das Mittel zusätzlich zum bisherigen Behandlungsstandard ein.
Besonders wichtig ist der zweite Blick auf die Daten. 68,1 Prozent der behandelten Patienten erreichten eine UACR-Senkung um mindestens 30 Prozent. In der Placebo-Gruppe lag der Wert bei 46,6 Prozent.
UACR gilt als wichtiger Marker für das Fortschreiten von Nierenerkrankungen. Genau deshalb ist der Befund für Bayer relevant. Kerendia adressiert nicht nur Symptome, sondern einen messbaren Risikofaktor.
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Pipeline gewinnt Breite
FINE-ONE ist laut Bayer der fünfte positive Phase-III-Trial in Folge im Finerenon-Programm. Das stärkt die strategische Bedeutung des Wirkstoffs. Aus einer Therapie im Umfeld von Typ-2-Diabetes wird Schritt für Schritt eine breitere Nieren- und Herz-Kreislauf-Plattform.
Bereits im März 2026 meldete Bayer positive Daten aus FIND-CKD. Diese Studie untersuchte Finerenon bei nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Der primäre Endpunkt wurde über 32 Monate erreicht.
Bayer bereitet dafür ebenfalls eine FDA-Einreichung vor. Parallel dazu stützen gepoolte Daten aus FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD das aktuelle Kerendia-Dossier. Beide Studien betreffen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes.
Auch außerhalb von Finerenon bewegt sich die Pipeline. Bayer reichte zuletzt Unterlagen für Asundexian ein. Grundlage sind positive Daten aus OCEANIC-STROKE zur Vermeidung weiterer Schlaganfälle bei Überlebenden.
Operativ solide, juristisch belastet
Die Pharma-Nachrichten treffen auf ein besseres Quartalsbild. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Konzernumsätze auf 13,405 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem Plus von 4,1 Prozent.
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Auch das operative Ergebnis zog an. Das EBITDA vor Sonderposten legte um 9,0 Prozent auf 4,453 Milliarden Euro zu. Das zeigt, dass Bayer nicht nur über Studiendaten punktet.
Beim Ergebnis je Aktie fiel die Überraschung klar aus. Der Core-EPS lag bei 2,71 Euro und damit über dem Konsens von 2,28 Euro. Der Abstand betrug rund 19 Prozent.
Der Gegenpol bleibt Glyphosat. In den USA befasst sich der Supreme Court mit Bayers Versuch, zehntausende Klagen abzuwehren. Eine Entscheidung erwartet das Unternehmen noch in der laufenden Session, die im Juni endet.
Die Kosten sind bereits sichtbar. Der Free Cashflow lag im ersten Quartal bei minus 2,320 Milliarden Euro. Zahlungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten führten zu einem Nettoabfluss von 2,002 Milliarden Euro.
Charttechnisch wirkt das Bild gemischt. Der Kurs liegt leicht unter dem kurzfristigen Durchschnitt von 38,91 Euro. Über der langfristigen Linie bleibt aber ein Abstand von 8,56 Prozent.
Bayer liefert damit zwei sehr unterschiedliche Signale. Die Pipeline gewinnt an Substanz, während die Rechtsrisiken weiter Kapital binden. Im Juni rückt zuerst der Supreme Court in den Blick; danach entscheidet das FDA-Verfahren, wie schnell Kerendia die nächste Indikation erreichen kann.
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