Die Anhörung vor dem US Supreme Court zum Glyphosat-Rechtsstreit hat die Bayer-Aktie heute unter Druck gesetzt. Zeitweise verlor der Titel rund 5,5 Prozent und rutschte damit in die Nähe seines bisherigen Jahrestiefs 2026 — das kleine Plus seit Januar ist damit vorerst aufgebraucht.
Was die Richter verunsichert
Der Supreme Court befasste sich mit der Frage, ob Bundesrecht die Warnhinweispflichten der einzelnen US-Bundesstaaten bei Herbiziden außer Kraft setzt. Bayers Argumentation: Da die US-Umweltbehörde EPA die Nutzung von Roundup als sicher eingestuft hat, seien zusätzliche Krebswarnungen auf Bundesstaatsebene unzulässig. Ein Erfolg könnte Tausende laufende Klagen entwerten.
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Die Richter zeigten sich allerdings gespalten. Während Brett Kavanaugh Sympathien für eine einheitliche Kennzeichnungspflicht erkennen ließ, hinterfragte Chief Justice John Roberts, ob Bundesstaaten nicht reagieren dürften, wenn ein Produkt nach bundesstaatlicher Einschätzung doch Risiken birgt — selbst wenn die Bundesbehörde grünes Licht gegeben hatte. Diese Ambivalenz ließ Anleger nervös werden.
Hohe Signalwirkung für den Konzern
Der konkrete Fall dreht sich um den Gärtner John Durnell aus Missouri, dem eine Jury 1,25 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen hatte. Bayer wählte diesen Fall gezielt für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof, um ein Grundsatzurteil zu erwirken. Das Ergebnis dürfte laut Analystenschätzungen Signalwirkung für rund 80 Prozent aller noch offenen Glyphosat-Verfahren haben — eine enorme Hebelwirkung.
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Analysten von Barclays und JPMorgan bewerteten die Anhörung insgesamt neutral bis leicht positiv. Bis Ende Juni soll das Urteil fallen. Noch bis zum 4. Juni haben Kläger die Option, einem bestehenden Milliardenvergleich beizutreten — ein Detail, das die nächsten Wochen für Bayer zu einem sensiblen Zeitfenster macht.
Zuletzt notierte die Aktie bei rund 37,17 Euro — deutlich erholt gegenüber dem Tief unter 19 Euro, das vor etwa einem Jahr erreicht worden war. Das zeigt, wie weit die Erholung bereits gelaufen ist — und wie viel davon auf die Hoffnung eines günstigen Supreme-Court-Urteils eingepreist sein dürfte.
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