Bayer holt sich frisches Kapital von außen. Der Vermögensverwalter Apollo zahlt drei Milliarden Euro für eine Minderheitsbeteiligung an einem neuen Joint Venture. Bayer bringt dafür sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva ein und behält die Mehrheit sowie die volle operative Kontrolle.

Kapital für mehr Spielraum

Der Deal soll die Kapitalstruktur von Bayer verbessern. Das Unternehmen braucht in diesem Jahr mehr Liquidität. Grund dafür sind auslaufende Anleihen und laufende Rechtsstreitigkeiten.

Das LARC-Geschäft bleibt trotz der neuen Eigentümerstruktur Teil der Pharmasparte. Bayer konsolidiert es weiterhin vollständig in der Konzernbilanz. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich der üblichen Kartellfreigaben.

Glyphosat bleibt der große Kostenfaktor

Die Kapitalspritze steht im Zusammenhang mit den milliardenschweren Glyphosat-Klagen in den USA. Bayer hatte im Februar einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar erzielt. Die endgültige gerichtliche Genehmigung erwartet das Unternehmen am 19. August.

Zusätzlich hat der US Supreme Court Ende Juni ein für Bayer positives Urteil gefällt. Das nährt die Hoffnung im Konzern, dass sich die juristischen Risiken künftig besser kalkulieren lassen.

Aktie mit Bewegung, Bewertung bleibt hoch

Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 50,18 Euro, ein Minus von 1,03 Prozent zum Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Rückgang von 5,39 Prozent zu Buche. Der Blick auf die letzten 30 Tage zeigt dagegen ein Plus von 42,60 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat das Papier um 31,97 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar um 80,99 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro datiert vom 3. Juli 2026 — aktuell liegt der Kurs 6,83 Prozent darunter. Sowohl der 50-Tage-Durchschnitt bei 40,16 Euro als auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 37,68 Euro liegen deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Der RSI von 70,4 signalisiert eine überkaufte Aktie. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 61,88 Prozent — ein Hinweis auf die Nervosität rund um den Titel.

Analysten werten die Apollo-Vereinbarung als Baustein für den Konzernumbau. Sie verschafft Bayer Zeit, sich auf das operative Geschäft und die langfristigen Ziele zu konzentrieren. Die endgültige Genehmigung des Glyphosat-Vergleichs am 19. August dürfte der nächste wichtige Termin für die Aktie sein.