Bayer räumt ein massives Risiko im amerikanischen Agrarmarkt aus dem Weg. Die US-Tochter CropScience legt einen Kartellstreit mit dem Justizministerium bei. Das bewahrt den Konzern vor einer formellen Klage.
Rabatte im Fokus der Behörden
Im Zentrum der Untersuchung stand das Rabattprogramm „Premier Performance Program“. Regulatoren warfen Bayer vor, unabhängige Saatgutunternehmen unzulässig zu binden. Wer Vergünstigungen wollte, musste kombinierte Absatzziele für Mais- und Soja-Saatgut erfüllen. Das Justizministerium sah darin eine Einschränkung des Wettbewerbs durch alternative Anbieter.
Bayer lenkt nun ein. Der Konzern hat die umstrittene Kopplung bereits für die Pflanzsaison 2025 gestoppt. Nun verpflichtet sich das Unternehmen formell, solche Klauseln für die nächsten sieben Jahre nicht wieder einzuführen. Die Folge: Potenzielle Strafzahlungen sind endgültig vom Tisch.
Solides Quartal mit Cashflow-Delle
Operativ liefert Bayer ein solides Fundament. Im ersten Quartal kletterte der Konzernumsatz auf gut 13,4 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um neun Prozent. Ein starker Start der Agrarsparte trieb diese Entwicklung an.
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Unter dem Strich verbesserte sich das Nettoergebnis auf 2,76 Milliarden Euro. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der freie Cashflow. Hohe Zahlungen für rechtliche Vergleiche reißen hier ein tiefes Loch in die Kasse. Der Wert rutschte auf minus 2,3 Milliarden Euro ab.
Neue Finanzchefin übernimmt
Parallel dazu ordnet Bayer die Chefetage neu. Am 1. Juni übernimmt Judith Hartman offiziell den Posten der Finanzchefin. Sie folgt auf Wolfgang Nickl und muss künftig den Schuldenabbau des Konzerns steuern. Hartman gehört bereits seit März dem Vorstand an.
Ein erster wichtiger Auftritt steht unmittelbar bevor. Bereits am Mittwoch präsentiert sich das Management auf der „Deutsche Bank European Champions Conference“ in Frankfurt. Marktbeobachter erwarten dort konkrete Details zum Effizienzprogramm. Die Aktie startete nach einem leichten Rücksetzer bei 38,51 Euro in die neue Handelswoche.
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