Am Freitag hält Bayer seine virtuelle Hauptversammlung ab. Nur drei Tage später folgt der möglicherweise wichtigere Termin: Am 27. April argumentieren Bayers Anwälte vor dem US Supreme Court über die Zukunft der Glyphosat-Klagen.
Der Supreme-Court-Kern
Bayer will vor Gericht durchsetzen, dass keine Krebswarnung auf Roundup-Etiketten nötig ist. Die Begründung: Die US-Umweltbehörde EPA schreibt eine solche Warnung nicht vor. Der Konzern beruft sich auf ein Bundesgesetz, das staatliche Vorschriften gegenüber abweichenden Einzelstaatengesetzen vorrangig stellt.
Ein Erfolg würde die Klagewelle erheblich eindämmen. Seit der Monsanto-Übernahme 2018 kämpft Bayer gegen mehr als 100.000 Klagen. Bislang hat der Konzern über 11 Milliarden US-Dollar in Vergleichen und Urteilszahlungen geleistet.
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Paralleler Vergleich als Absicherung
Bayer verfolgt gleichzeitig einen zweiten Pfad. Ein Richter in Missouri hat einem Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar vorläufig zugestimmt. Der Deal soll bestehende und künftige Klagen im Zusammenhang mit Non-Hodgkin-Lymphom beilegen. Betroffene Kläger haben bis zum 4. Juni 2026 Zeit, aus dem Vergleich auszusteigen.
Bayer selbst nennt beide Schritte „sich gegenseitig verstärkend“ — Teil einer mehrgleisigen Strategie zur Eindämmung der Roundup-Belastung.
Bilanz unter Druck
Die Rechtskosten hinterlassen tiefe Spuren. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz währungsbereinigt auf 45,6 Milliarden Euro. Rechtsstreitigkeiten belasteten das Ergebnis mit 6,2 Milliarden Euro — das Konzernergebnis landete bei minus 3,6 Milliarden Euro.
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Für 2026 erwartet Bayer einen negativen Free Cash Flow. Rund fünf Milliarden Euro an Auszahlungen für laufende Rechtsstreitigkeiten drücken die Liquidität. Der Kurs spiegelt die Lage: Rund 40 Euro, gut 18 Prozent unter dem Februar-Hoch, aber im Jahresvergleich mit einem Plus von über 80 Prozent deutlich erholt.
Hauptversammlung und nächste Schritte
Auf der Hauptversammlung am Freitag steht neben der vorgeschlagenen Dividende von 0,11 Euro je Aktie auch ein Führungswechsel im Aufsichtsrat an. Marcel Smits und Alfred Stern sollen Paul Achleitner und Colleen Goggins ablösen.
Bayer befindet sich bis zum 12. Mai in der Stille-Periode. Danach folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026 — und bis dahin wird auch klar sein, wie der Supreme Court auf die mündlichen Argumente reagiert hat.
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