Nach einer turbulenten Phase hat die Aktie der Bayer zumindest für das nun laufende Wochenende einen bemerkenswerten Befreiungsschlag vollzogen. Mit einem kräftigen Satz von rund 4,3 % nach oben schlossen die Notierungen am gestrigen Donnerstag bei 38,05 Euro und pirschen sich damit wieder an die psychologisch wichtige 40-Euro-Marke heran.
Wirtschaftlich betrachtet ist dieser plötzliche Optimismus jedoch nicht auf neue operative Glanzleistungen zurückzuführen, sondern auf die mit Spannung erwartete mündliche Verhandlung vor dem US Supreme Court bzw. die Erkenntnis, dass alles nicht so schlimm war bis dato wie noch anfangs der Woche angenommen. Im Kern geht es um den vielbeachteten Fall Durnell und die Frage, ob bundesstaatliche Kennzeichnungspflichten für das umstrittene Herbizid Roundup über dem Bundesrecht stehen. Während die Richter am obersten US-Gericht am Montag gemischte Signale sendeten, klammern sich die Marktteilnehmer nun an die Hoffnung auf eine juristische Entlastung.
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Bayer: Aktuell wird viel spekuliert
Wer die Substanz betrachtet, erkennt jedoch schnell, dass Bayer derzeit ein reines Spekulationsobjekt ist. Die Stimmung bleibt volatil, da die Interpretation der richterlichen Anmerkungen weit auseinandergeht. Experten warnen davor, die jüngste Erholung als Beginn eines nachhaltigen Trends zu interpretieren, da ein finales Urteil erst für Ende Juni erwartet wird.
Dennoch bleiben die Analysten in ihren Schätzungen überraschend standhaft: Die Kursziele bewegen sich im Mittel zwischen 46 Euro und 48 Euro, wobei optimistische Stimmen sogar von 52 Euro sprechen. Auf Basis dieser Prognosen erscheint das Papier bei 38,05 Euro drastisch unterbewertet. Der große Lackmustest steht jedoch kurz bevor. Am 12. Mai wird der Leverkusener DAX-Konzern seine neuesten Quartalszahlen vorlegen. Diese Daten werden zeigen, ob der mittelfristige Aufwärtstrend noch intakt ist oder ob die Aktie bald wieder auf dem charttechnischen Prüfstand der 200-Tage-Linie bei rund 33,95 Euro steht.
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