Bei Bayer steht nach der Anhörung vom 15. September nun das Urteil in Missouri an. Die Entscheidung zur geplanten Roundup-Vergleichslösung wird Ende September oder Anfang Oktober erwartet. Für den Konzern geht es um bis zu 7,25 Milliarden Dollar, deren Zahlung sich über maximal 21 Jahre erstrecken könnte. Die Börsen warten seit langem auf diesen Befreiungsschlag. Die Entscheidung soll spätestens Anfang Oktober kommen.

Eine Zustimmung würde die finanziellen Belastungen nicht beseitigen, Bayer aber deutlich mehr Planungssicherheit geben. Umfang und zeitlicher Rahmen eines großen Teils der Roundup-Ansprüche wären damit wesentlich besser kalkulierbar als bei einer weiterhin offenen Folge von Verfahren.

Bayer kann sich aktuell nicht beschweren: Rechtliche Rahmenbedingungen sind sehr gut

Hinzu kommt eine für Bayer günstige Entwicklung beim Supreme Court. Bei der Bedeutung bundesrechtlicher EPA-Kennzeichnungsvorgaben folgte das Gericht der Argumentation des Konzerns. Die Roundup-Risiken bleiben damit bestehen, Bayers Rechtsposition hat sich jedoch verbessert.

An der Börse ging es am Freitag dennoch abwärts. Die Aktie verlor 2,04 % und fiel auf rund 48,14 Euro. Am Montag nun holte sich die Bayer einen Teil wieder zurück und legte bis auf 48,74 Euro 1,56 % zu. Aber dennoch bleiben 50 Euro noch weiter entfernt.

Aus dem Pharmageschäft kommen ebenfalls positive Nachrichten. Die FDA genehmigte die Anwendung von Kerendia bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes. Damit erweitert sich die zugelassene Patientengruppe für das Medikament.

Weniger spannend, aber ebenfalls neu ist die Beteiligungsmeldung von Amundi. Der Vermögensverwalter hält inzwischen 3,04 % der Stimmrechte an Bayer. Am 14. September wurden 29.873.658 Stimmrechte gemeldet und damit die entsprechende Meldeschwelle überschritten.

Die nächsten Unternehmenszahlen folgen am 2. November. Zuvor dürfte allerdings das erwartete Urteil in Missouri für neue Fakten sorgen. Die Analysten sind mit ihren Kurszielschätzungen schon viel weiter. Die gehen auf einen Wert von über 57 Euro im Durchschnitt. Das ist ein erhebliches Potenzial.