Eine neue Zivilklage in den USA setzt Bayer unter Druck. Das Saatgutunternehmen Latham Seed wirft dem Konzern vor, den Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut zu monopolisieren. Die Aktie fiel am Freitag um 3,5 Prozent auf 36,45 Euro – fast 26 Prozent unter ihrem Februar-Hoch.
Monopolvorwurf in Iowa
Latham Seed reichte die Klage am 28. Mai in Iowa ein. Die Vorwürfe: Bayer kontrolliere herbizidresistente Merkmale in Maissaatgut und treibe so die Kosten für Landwirte und unabhängige Anbieter künstlich in die Höhe. Bayer wies die Vorwürfe umgehend zurück und bezeichnete die Klage als unbegründet.
Die neue rechtliche Front trifft das Agrarsegment Crop Science, das bereits unter den Glyphosat-Klagen leidet. Erst kürzlich wurde ein geplanter Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar zur Beilegung vieler Glyphosat-Fälle bekannt – dieser steht noch vor einer richterlichen Prüfung.
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Operative Lichtblicke und Konzernumbau
Trotz der juristischen Wolke liefert das operative Geschäft positive Signale. Die indische Tochter Bayer CropScience Limited meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 56,75 Milliarden Rupien. Der Vorsteuergewinn legte um 21 Prozent auf 8,55 Milliarden Rupien zu – Grund sei ein diversifiziertes Portfolio, so CEO Simon Wiebusch.
Die Ergebnisse zeigen: Das Agrargeschäft wächst trotz Gegenwind. Derweil steht der Konzernumbau vor einem wichtigen Schritt. Am 1. Juni übernimmt Judith Hartmann den Posten des Finanzvorstands von Wolfgang Nickl, der planmäßig ausscheidet. CEO Bill Anderson hat mit dem Modell „Dynamic Shared Ownership“ eine schlankere Organisation versprochen.
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Die Bilanz bleibt indes angespannt. Die Nettofinanzverschuldung stieg per Ende März um 9 Prozent auf 32,52 Milliarden Euro. Grund waren Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 2 Milliarden Euro im ersten Quartal.
Ausblick
Die ASCO-Jahrestagung in Chicago startet am 29. Mai und könnte der Pharmasparte mit neuen Onkologie-Daten Schub geben. Für den Aktienkurs bleibt jedoch die Rechtsunsicherheit der dominierende Faktor. Anleger warten ab, ob Bayer die juristischen Altlasten bis Jahresende eindämmen kann – die neue Klage macht dieses Ziel nicht leichter.
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