Die Bayer-Beteiligungseinheit Leaps by Bayer setzt auf neue Technologien für die Landwirtschaft. Am Donnerstag schloss das Unternehmen Robigo eine Serie-A-Finanzierungsrunde mit Leaps by Bayer ab, um die Entwicklung biologischer Pflanzenschutzlösungen voranzutreiben. Finanzielle Details der Transaktion teilte der Konzern in seiner Unternehmensmeldung nicht mit.

Der Schritt unterstreicht die Bemühungen des Leverkusener Konzerns, das Portfolio seiner Agrarsparte breiter aufzustellen. Anfang September meldete Bayer im Geschäftsbereich Crop Science bereits zwei von zehn geplanten neuen Produkten, für die jeweils Spitzenjahresumsätze von mindestens 500 Millionen Euro erwartet werden. Weitere Markteinführungen in diesem Segment sind angekündigt, um die künftige Ertragskraft abzusichern.

Fortschritte in der Pharma-Pipeline

Neben dem Agrargeschäft meldete Bayer zuletzt auch in der Pharmasparte mehrere Entwicklungen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte dem Wirkstoff Sevabertinib am 9. September eine beschleunigte Zulassung als Erstlinienoption für Erwachsene mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Zudem startete der Konzern am selben Tag eine Phase-II-Studie mit dem Prüfpräparat BAY 3670549, einem GIRK4-Inhibitor, bei Patienten mit Vorhofflimmern.

Zusätzliche Unterstützung für das bestehende Medikamentenportfolio brachte die Zulassungserweiterung für Kerendia. Die US-Behörde genehmigte den Einsatz von Finerenon für Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes. Diese Fortschritte in der Entwicklungspipeline sind für das Unternehmen von Bedeutung, um mittelfristig auslaufende Patente bei älteren Präparaten auszugleichen.

Juristische Altlasten bleiben Thema

Gleichzeitig bleibt die juristische Aufarbeitung der US-Rechtsstreitigkeiten der bestimmende Faktor für die Marktstimmung. Bei der Anhörung zu einem Roundup-Vergleich vor gut einer Woche ersuchte die Monsanto-Einheit von Bayer ein Gericht in Missouri um die Genehmigung einer Vereinbarung über 7,25 Milliarden US-Dollar.

Der geplante Vergleich soll zehntausende US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken beilegen. Eine abschließende Gerichtsentscheidung blieb nach dem Termin zunächst aus.

Am Markt sorgte die anhaltende Unsicherheit rund um die juristische Einigung für Zurückhaltung. Am Freitag gab die Bayer-Aktie um 2,3 Prozent nach und beendete die Handelswoche bei 47,96 Euro. Dennoch verzeichnet das Papier seit Jahresanfang einen Zuwachs von 30 Prozent. Für eine nachhaltige Neubewertung der Aktie dürften neben operativen Erfolgen in den Sparten vor allem rechtliche Klarheit in den USA ausschlaggebend sein.