Nach einem der stärksten Kursläufe der letzten Jahre tritt die Bayer-Aktie auf die Bremse. Der Kurs schloss am Freitag bei 46,01 Euro, ein Minus von 0,35 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,48 Prozent zu Buche. Auf Monatssicht bleibt aber ein deutliches Plus von 15,34 Prozent stehen.
Vom Rekordhoch in die Konsolidierung
Im Juni und Juli hatte der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern einen außergewöhnlichen Lauf hingelegt. Von 34,10 Euro ging es auf 53,92 Euro in nur einem Monat. Einen solchen Anstieg hatte die Aktie seit Jahren nicht mehr gezeigt.
Anfang Juli markierte der Titel mit 53,86 Euro ein neues Zwölf-Monats-Hoch. Seitdem konsolidiert der Kurs. Nach diesem Tempo ist das wenig überraschend.
Charttechnisch war der Anstieg zuletzt deutlich überhitzt. Die Aktie lief förmlich aus dem oberen Bollinger-Band heraus. Entsprechend kräftig fiel die Abkühlung bei den Oszillatoren aus: Der Stochastic RSI rutschte bis an den unteren Anschlag durch. Aktuell notiert der RSI auf 14-Tage-Basis bei 49,6 – ein neutraler Wert nach der ausgeprägten Konsolidierung.
Kapital bleibt trotz Rücksetzer investiert
Ein wichtiger Indikator deutet trotz der Kursschwäche nicht auf eine Trendwende hin. Der Chaikin Money Flow liegt weiter klar im positiven Bereich. Sein Wert von 0,22 zeigt anhaltende Kapitalzuflüsse.
Das Niveau ist im Zuge der Konsolidierung zwar leicht gesunken. Von einem Rückzug des Geldes kann aber keine Rede sein. Die Käufer sind nach der Rallye nur zurückhaltender geworden, nicht verschwunden.
Nach unten rückt zunächst die Zone zwischen 46,74 und 47,60 Euro in den Fokus, in der der Kurs derzeit verharrt. Hält diese nicht, folgt bei 45,41 Euro der nächste Auffangversuch. Darunter liegt mit der steigenden 50-Tage-Linie bei 43,90 Euro ein weiteres Argument für die Käuferseite.
Glyphosat bleibt der entscheidende Faktor
Die eigentliche Ursache der Kursrallye liegt in den juristischen Fortschritten rund um das Herbizid Glyphosat. Diese dürften auch für die kommenden Wochen richtungsweisend bleiben. Bekommt Bayer das Thema weiter in den Griff, wird es für die Bären schwer, tiefere Korrekturziele wie die 200-Tage-Linie zu erreichen.
Im Hintergrund bleibt zudem die Neuordnung des US-Glyphosatgeschäfts relevant. Bayer hat dieses Geschäft in die eigenständige Tochtergesellschaft Ruveon überführt, die in St. Louis ansässig ist. Sie bleibt Teil der Bayer-Gruppe. Ihre Konsolidierung gilt als ein Schritt innerhalb des Fünf-Jahres-Rahmens der Crop-Science-Sparte.
Auf der Oberseite braucht der Titel zunächst neue Kaufimpulse. Sprünge über 48,49 Euro und die runde 50-Euro-Marke würden erste positive Signale setzen. Der eigentliche Schlüssel liegt aber höher: Erst ein Anstieg über die Zone zwischen 54 und 55 Euro würde neue Kaufsignale auslösen. Dann rückten Ziele zwischen 62 und rund 67 Euro in Reichweite.
Für die kommenden Wochen bleibt der Chart in einer klassischen Konsolidierung nach einem außergewöhnlich starken Anstieg gefangen. Solange sich der Kurs zwischen den genannten Marken bewegt, dürfte die Bandbreite zwischen rund 43,90 und 48,49 Euro das Bild prägen. Eine neue Richtungsentscheidung steht noch aus.
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