Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Krebsmedikament Hyrnuo eine beschleunigte Zulassung erteilt. Der Wirkstoff Sevabertinib darf in den USA künftig als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem, HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom eingesetzt werden. Die Entscheidung erfolgte nach einem vorrangigen Prüfverfahren und stützt sich auf klinische Ergebnisse der Phase-I/II-Studie SOHO-01.

In der Kohorte F dieser Untersuchung, an der 69 Patienten teilnahmen, erreichte der Wirkstoff eine objektive Ansprechrate von 75 Prozent. Vier Patienten verzeichneten eine vollständige Remission, während bei 48 weiteren Studienteilnehmern ein partielles Ansprechen dokumentiert wurde. Mit der Entscheidung stärkt der Leverkusener Konzern seine onkologische Entwicklungspipeline in einem stark umkämpften Indikationsgebiet.

Wachstumsdynamik in der Pharmasparte

Die Zulassung fügt sich in die jüngsten Fortschritte des Segments Pharmaceuticals ein. Bei anderen neueren Präparaten verzeichnete Bayer zuletzt deutliche Erlöszuwächse. So kletterten die Erlöse mit dem Nierenmedikament Kerendia im ersten Halbjahr 2026 um 75 Prozent auf 603 Millionen Euro.

Vor rund zwei Wochen vorgelegte Subgruppenanalysen der FIND-CKD-Studie zeigten zudem, dass Finerenon den Verlust der Nierenfunktion bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie verlangsamt.

Gleichzeitig arbeitet das Management an der Optimierung der Bilanzstruktur. Über eine Transaktion mit Apollo-Fonds für das Geschäft mit Langzeitverhütungsmitteln erhält das Unternehmen eine Kapitalzuführung von 3,0 Milliarden Euro im Tausch gegen eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Tochtergesellschaft.

Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 angestrebt. Infolgedessen passte der Konzern seine Erwartung für die Nettofinanzverschuldung im Gesamtjahr 2026 nach unten an und prognostiziert nun 29 bis 30 Milliarden Euro statt der zuvor avisierten 32 bis 33 Milliarden Euro.

Operatives Fundament und Kursverlauf

Auf Konzernebene legte der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,3 Prozent auf 24,277 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 6,6 Prozent auf 6,597 Milliarden Euro, während das bereinigte Kernergebnis je Aktie 3,66 Euro erreichte. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose eines bereinigten EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro.

Am Aktienmarkt ging das Papier gestern mit einem Abschlag von 1,4 Prozent bei 48,69 Euro aus dem Handel. Trotz kurzfristiger Schwankungen weist der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 32 Prozent auf.

Dennoch bleiben die rechtlichen Altlasten im Blick der Marktteilnehmer: Die Anhörung zur endgültigen Genehmigung des Glyphosat-Sammelvergleichs fand am vergangenen Montag vor dem zuständigen Gericht in Missouri statt. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss dieses Komplexes dürften juristische Entwicklungen das Geschehen rund um den Konzern weiter mitprägen.