Bayer: Supreme Court verhandelt Durnell v. Monsanto

Der Supreme Court verhandelt über Bayers Berufung in einem Roundup-Fall. Ein Urteil könnte die milliardenschwere Klagewelle entscheidend beeinflussen.

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Kurz & knapp:
  • Supreme Court verhandelt Roundup-Fall
  • Bayer beruft sich auf Bundesrecht
  • Milliardenschwere Vergleichsstrategie parallel
  • Aktie unter Druck vor Urteil

Der US Supreme Court hat heute die mündliche Verhandlung im Fall Durnell v. Monsanto aufgenommen. Es geht um eine verfassungsrechtliche Grundsatzfrage — und um Milliarden.

Im Mittelpunkt steht ein Mann aus Missouri. Er erkrankte nach jahrelangem Kontakt mit dem Unkrautvernichter Roundup an Non-Hodgkin-Lymphom. Ein Untergericht sprach ihm 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer legte Berufung ein. Nun entscheiden die höchsten Richter des Landes.

Die Kernfrage: Bundesrecht gegen Staatsrecht

Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA kein Krebsrisiko festgestellt hat. Weil die EPA keinen Warnhinweis vorschrieb, dürften Kläger dem Unternehmen keine Verletzung staatlicher Gesetze vorwerfen. Das Bundesrecht verdränge das staatliche Recht — so die Logik des Konzerns.

Die amerikanischen Gerichte sind tief gespalten. Der Third Circuit folgt Bayers Argumentation. Der Ninth und der Eleventh Circuit urteilen gegenteilig. Genau diese Rechtsunsicherheit bewog den Supreme Court, den Fall anzunehmen.

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Rückendeckung erhält Bayer von unerwarteter Seite. Trumps Justizministerium hat einen unterstützenden Schriftsatz eingereicht und sich Redezeit in der Verhandlung gesichert. Auf der Gegenseite stehen Verbraucherverbände und die Make-America-Healthy-Again-Bewegung.

Zwei Strategien gegen die Klagewelle

Der Einsatz ist enorm. Mehr als zehn Milliarden Dollar hat der Leverkusener Konzern die Roundup-Klagen bisher gekostet. Die Prozessrückstellungen liegen inzwischen bei knapp 11,8 Milliarden Euro. Von 28 Fällen seit 2015 gewannen Kläger laut Bayers Jahresbericht 2025 elf.

Parallel zum Supreme Court verfolgt Bayer eine zweite Strategie. Ein Richter in Missouri hat einem Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar vorläufig zugestimmt. Er soll bestehende und künftige Klagen wegen Glyphosat-Exposition abdecken. Betroffene können bis zum 4. Juni 2026 aus dem Vergleich aussteigen.

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CEO Bill Anderson hatte nach seinem Amtsantritt Mitte 2023 versprochen, die Massenklagen bis Ende 2026 erheblich einzudämmen. Der Supreme Court ist sein wichtigstes Instrument dafür.

Aktie unter Druck

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Bayer-Aktie notiert bei 38,45 Euro — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor sie gut sieben Prozent.

Ein Urteil zugunsten Bayers würde eine zentrale Rechtstheorie kippen, auf die sich viele der Klagen stützen. Das hätte Signalwirkung — nicht nur für Roundup, sondern für Pestizid-Klagen generell. Die Entscheidung der Richter wird bis Ende Juni erwartet.

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