Der Sanierungskurs von BayWa führt ans andere Ende der Welt. Seit März sucht Goldman Sachs einen Käufer für die neuseeländische Obsttochter T&G Global. Der Verkauf soll Löcher in der Bilanz stopfen. Die Dimensionen passen allerdings kaum zusammen.
T&G Global schreibt schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr verbuchte die Tochter einen soliden Nettogewinn. Die Marken Envy und Jazz machen das Unternehmen für strategische Käufer attraktiv. Ein asiatischer Minderheitsaktionär bremst den Verkaufsprozess derzeit. Analysten erwarten am Ende Erlöse von rund 300 Millionen Euro. Das reicht kaum für den massiven Schuldenberg des Mutterkonzerns.
Eigentlich wollte das Management die Mehrheit an der Energiesparte abstoßen. Das sollte bis zu 1,7 Milliarden Euro einbringen. Dieser Plan brach in sich zusammen. Gestrichene US-Fördermittel ließen die aufgerufenen Preise für erneuerbare Energien kollabieren. Nun muss BayWa bis 2028 rund vier Milliarden Euro entschulden. Bisherige Verkäufe decken nur einen Bruchteil dieser Summe ab.
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Kein Wunder. Die Aktie pendelt aktuell um die Marke von 13 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 22 Prozent an Wert. Der Kurs notiert weit unter der wichtigen 200-Tage-Linie.
Banken am Hebel
Das Schicksal des Konzerns liegt bei zwei Großbanken. DZ Bank und HVB müssen einer Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst zustimmen. Ohne dieses grüne Licht verliert der Sanierungsplan seine rechtliche Grundlage. Die Lage ist ernst. Beteiligte Institute schrieben bereits den Großteil eines ausstehenden Schuldscheindarlehens ab.
Parallel dazu verschärft der Vorstand den operativen Umbau. Die Prognose für das laufende Jahr ist komplett gestrichen. Das operative Gewinnziel für das Folgejahr sinkt auf 140 Millionen Euro. Langfristig schrumpft der Konzern seinen Umsatz massiv. Etwa 1.300 Arbeitsplätze fallen dem Sparkurs zum Opfer.
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Juristischer Druck wächst
Abseits der Bilanz wächst der rechtliche Druck. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen frühere Führungskräfte. Es geht um den Verdacht der Untreue und der unrichtigen Darstellung. Die Finanzaufsicht BaFin rügte zuvor den alten Lagebericht. Der Konzern hatte dort Refinanzierungsrisiken eines Milliardenkredits verschwiegen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Auch die Wirtschaftsprüfer von PwC geraten ins Visier. Sie hatten den fraglichen Abschluss ohne Einschränkungen testiert. Nun prüft die Aufsichtsstelle Apas den Vorgang. BayWa zieht bereits Konsequenzen und sucht ab dem nächsten Jahr neue Prüfer.
Die Zeitpläne bleiben eng. Den testierten Konzernabschluss für das Vorjahr legt BayWa erst im vierten Quartal vor. Im Mai folgt der nächste Zwischenbericht. Dieser muss erste Erfolge bei den Kosteneinsparungen belegen. Bis die Banken der Verlängerung offiziell zustimmen, steht der gesamte Umbau auf der Kippe.
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