BayWa Aktie: Schadensersatz gegen PwC eingeleitet

BayWa prüft rechtliche Schritte gegen PwC wegen fehlerhafter Bilanzprüfung. Der Agrarkonzern steckt in einer tiefen Krise mit Milliardenloch.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Schadensersatzansprüche gegen PwC geprüft
  • BaFin beanstandet verschwiegene Finanzierungsrisiken
  • Strafrechtliche Ermittlungen gegen Ex-Vorstände
  • Milliardenlücke im Sanierungskonzept

BayWa greift in der Bilanzkrise nun auch den eigenen Prüfer an. Der Agrarkonzern prüft Schadensersatzansprüche gegen PwC, nachdem die BaFin den Abschluss 2023 beanstandet hat. Aus einer Aufarbeitung wird damit ein offener Konflikt mit dem langjährigen Wirtschaftsprüfer.

Die Aktie spiegelt die Nervosität wider. Sie schloss am Freitag bei 13,05 Euro. Seit Jahresanfang liegt sie 22,09 Prozent im Minus, auf Jahressicht 30,03 Prozent.

Prüfer geraten mit in den Sog

Kern der BaFin-Rüge sind verschwiegene Finanzierungsrisiken. Im Lagebericht fehlten wesentliche Angaben zu einem Milliardenkredit. Auch Risiken bei einer Anleihe über 500 Millionen Euro und kurzlaufenden Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro blieben außen vor.

Das trifft PwC zumindest indirekt. Der Wirtschaftsprüfer hatte dem Abschluss zuvor ein uneingeschränktes Testat erteilt. Wenn BayWa nun eigene Ansprüche prüft, verschiebt sich die Rolle des Prüfers vom Kontrollorgan zum möglichen Gegner.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Auch die Abschlussprüferaufsicht Apas befasst sich mit dem Fall. Damit wächst der Druck nicht nur auf frühere Entscheidungsträger im Konzern. Auch die Qualität der Prüfung rückt stärker in den Blick.

Klagen und Ermittlungen belasten zusätzlich

Auf Aktionärsseite bereitet die Kanzlei TILP Schadensersatzklagen vor. Sie richtet sich an Investoren, die zwischen Januar 2022 und Januar 2026 BayWa-Aktien kauften. Grundlage ist ebenfalls der BaFin-Bescheid.

Hinzu kommen strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I. Sie ermittelt gegen die früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger wegen Untreue und falscher Bilanzdarstellung. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Juristisch entsteht damit ein dichtes Netz aus Aufsicht, Aktionärsklagen und Strafverfahren. Für BayWa ist das teuer, bindet Management-Kapazität und erschwert die Kommunikation mit Banken. Kein Wunder, dass der Markt empfindlich reagiert.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Sanierung bleibt der Engpass

Das größte Problem bleibt die Finanzierung. Im Sanierungskonzept klafft eine Lücke von 2,7 Milliarden Euro. Bis Herbst 2026 braucht BayWa den testierten Abschluss für 2025, Bankenzustimmung und den Verkauf der Obsttochter T&G Global.

Die Gespräche mit DZ Bank und UniCredit sind deshalb zentral. Beide Institute sollen eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern. Ohne diese Einigung verliert der Sanierungsplan seine tragende Basis.

Auch operativ spart der Konzern hart. Das Management will über tausend Stellen streichen und den Umsatz auf zehn Milliarden Euro drücken. Der testierte Abschluss für 2025 soll erst im vierten Quartal 2026 vorliegen.

Im Mai kommt der Quartalsbericht für das erste Quartal 2026. Er liefert den nächsten Prüfpunkt für den Sparkurs, bevor im Herbst die Bankengespräche anstehen. Je schwächer die operativen Signale ausfallen, desto enger wird BayWas Spielraum gegenüber DZ Bank und UniCredit.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 18. Mai liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BayWa

BayWa Jahresrendite