Der Abbau des BayWa-Portfolios schreitet voran. Die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global hat Goldman Sachs mit der Begleitung des Verkaufsprozesses beauftragt — ein klares Signal, dass der geplante Ausstieg aus der knapp 74-prozentigen Beteiligung ernst gemeint ist.

T&G Global ist kein Sanierungsfall. Das Unternehmen, das unter anderem die Apfelmarken Envy und Jazz vermarktet, erzielte zuletzt einen Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar — nach einem Verlust im Vorjahr. Der Verkauf soll helfen, Schulden abzubauen und Liquidität zu sichern.

Restrukturierung mit Gegenwind

Die Gesamtlage bei BayWa bleibt komplex. In den ersten neun Monaten 2025 brach der Umsatz um 22 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro ein — ein erheblicher Teil davon bewusst gesteuert im Rahmen der laufenden Transformation. Die Sanierungsmaßnahmen übertrafen ihren geplanten Ergebniseffekt dabei um mehr als 30 Prozent, mit einem EBITDA-Beitrag von 116 Millionen Euro.

Problematischer ist die Lage bei der Energietochter BayWa r.e. Geplante US-Subventionskürzungen für erneuerbare Energien — Stichwort „One Big Beautiful Bill Act“ — könnten die Ergebniserwartungen für das amerikanische Geschäft drücken und Anpassungen am Restrukturierungsplan erzwingen. BayWa r.e. überprüft derzeit ihre gesamte Langfristplanung.

Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026

Parallel laufen Gespräche mit Kernbanken und Großaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Das gibt dem Konzern Luft — aber auch einen klaren Zeithorizont. Den Abschluss der Restrukturierung peilt BayWa für Ende 2028 an. Ob der T&G-Verkauf bis dahin tatsächlich Früchte trägt, hängt auch davon ab, wie viel der Markt für die inzwischen wieder profitable Tochter zu zahlen bereit ist. Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 31 Prozent über zwölf Monate deutlich unter ihren früheren Niveaus — der Druck, Vermögenswerte zu verwerten, bleibt hoch.