Nach dem Sturz auf ein neues Zehnjahrestief fangen sich die Papiere von Beiersdorf wieder. Ein robuster Auftritt im chinesischen Online-Handel und ein laufendes Rückkaufprogramm stützen den Kurs. Anleger suchen nun nach Anzeichen für eine dauerhafte Bodenbildung.

Kursstabilisierung am Widerstand

Die Aktie verbuchte zuletzt drei gewinnbringende Handelstage in Folge. Mit einem Schlusskurs von 72,94 Euro am Montag liegt das Papier rund 3,5 Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Damit konnte Beiersdorf den Abstand zum jüngsten 52-Wochen-Tief von 70,04 Euro wieder etwas vergrößern.

Trotz der Erholung bleibt die Bilanz des laufenden Jahres mit einem Minus von fast 22 Prozent belastet. Das Papier notiert weiterhin weit unter seinem Jahreshöchstwert von 122,55 Euro. Marktbeobachter werten die aktuelle Entwicklung als Versuch, die psychologisch wichtige 70-Euro-Marke nachhaltig zu verteidigen.

Überraschende Stärke in China

Wichtige Impulse liefert der chinesische Markt. Während globale Wettbewerber im April im Beauty-Segment durchschnittlich zehn Prozent weniger Bruttowarenwert umsetzten, konnte Beiersdorf leicht zulegen. Analysten von Bernstein Research werten dies als Zeichen hoher Resilienz der Marken Nivea und Eucerin.

Diese Outperformance deutet darauf hin, dass der Konzern in einem schrumpfenden Marktumfeld Anteile gewinnt. Parallel dazu sorgt das Kapitalmanagement für eine technische Stütze im Orderbuch. Das Unternehmen kauft derzeit eigene Anteile im Rahmen eines Rückkaufprogramms zurück, das insgesamt 750 Millionen Euro umfasst. Die aktuelle Tranche beläuft sich auf 100 Millionen Euro.

Operative Zweiteilung im Konzern

Im Kerngeschäft zeigt sich indes ein gemischtes Bild. Das Segment „Derma“ mit Marken wie Aquaphor wuchs im ersten Quartal organisch um acht Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Kernmarke Nivea einen organischen Umsatzrückgang von sieben Prozent.

Das Management reagiert mit einer strategischen Neuausrichtung für Nivea. Ob diese Maßnahmen greifen, lässt sich am 10. August beurteilen. Dann veröffentlicht Beiersdorf die detaillierten Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026.