Die Pipeline wächst in Rekordtempo. Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Dennoch notiert die Aktie weit unter ihrem Januar-Hoch. Der Mainzer Konzern steht vor einer entscheidenden Jahreshälfte.

Rückkäufe und Zulassungsanträge

Am Freitag schloss das Papier bei 79,85 Euro. Damit trennt den Kurs nur noch 1,18 Prozent von der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Minus von 3,21 Prozent auf der Anzeigetafel.

Das Management stützt den Kurs aktiv. Seit Anfang Juni kauft BioNTech eigene Aktien über die Nasdaq zurück. Das Volumen beträgt bis zu eine Milliarde US-Dollar. Das Programm läuft bis zum Frühjahr 2027.

Im Hintergrund bereitet das Unternehmen den nächsten großen Schritt vor. Zusammen mit dem Partner DualityBio plant BioNTech noch dieses Jahr einen Zulassungsantrag in den USA. Es geht um den Antikörper-Wirkstoff Trastuzumab Pamirtecan. Dieser zielt auf fortgeschrittenen Gebärmutterschleimhautkrebs ab.

Starke Daten aus der Klinik

Die Basis für den US-Antrag liefert eine robuste klinische Phase-2-Studie. Die objektive Ansprechrate lag bei knapp 48 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben erreichte gut acht Monate.

Besonders bemerkenswert: Der Wirkstoff half auch Patientinnen nach vorherigen Immuntherapien. In China läuft der Zulassungsprozess bereits. Dort prüft die nationale Behörde den Antrag seit April.

Radikaler Umbau für die Onkologie

BioNTech baut seine Onkologie-Pipeline massiv aus. Der Konzern plant sechs weitere Phase-3-Studien im laufenden Jahr. Damit steigt die Gesamtzahl der späten Studien auf 15.

Dieser Fokus kostet Geld. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro. Die Kasse ist mit einer Liquidität von 16,8 Milliarden Euro dennoch prall gefüllt.

Um Kapital freizumachen, verordnet der Vorstand einen harten Sparkurs. BioNTech schließt Standorte in Marburg, Idar-Oberstein und Singapur sowie ehemalige CureVac-Anlagen. Davon sind rund 1.860 Stellen betroffen. Das Ziel: Der Konzern will ab 2029 jährlich rund 500 Millionen Euro sparen.

Die nächsten Termine stehen bereits fest. Am 30. Juni informiert das Management in einem strategischen Update. Am 4. August folgen die vollständigen Quartalszahlen. Mit sieben erwarteten Daten-Readouts aus späten Studienphasen wird das zweite Halbjahr zur Bewährungsprobe für die neue Pipeline.