Der Corona-Boom liegt lange zurück. Jetzt fordert der Markt handfeste Ergebnisse. BioNTech muss beweisen, dass die eigene mRNA-Technologie auch gegen Krebs funktioniert. Die Geduld der Investoren ist begrenzt.

Fundament durch neue Massendaten

Technologisch steht das Mainzer Unternehmen auf einem soliden Fundament. Eine aktuelle Studie untermauert das eindrucksvoll. Forscher werteten Daten von über 13 Milliarden verabreichten Impfdosen aus. Die Ergebnisse bestätigen ein hohes Maß an Sicherheit.

Die Wirksamkeit gegen Infektionen lag im Beobachtungszeitraum bei 87 Prozent. Vor tödlichen Verläufen schützte das Vakzin zu 94 Prozent. Diese Werte stammen aus der primären Phase nach der Impfung.

Auch das Risiko für Herzmuskelentzündungen bleibt minimal. Die Auswertung bestätigt eine Rate von 12,6 Fällen pro Million Dosen. Soweit die Basis.

Charttechnik im Aufwind

Während Konkurrenten wie Novo Nordisk reines Volumenwachstum jagen, steht BioNTech vor einem Paradigmenwechsel. Die Covid-Fantasie treibt die Kurse nicht mehr. Das spiegelt sich auch im Handel wider.

Die Aktie notiert aktuell bei 81,95 Euro. Das entspricht einem minimalen Tagesverlust von 0,61 Prozent. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Plus von fast sieben Prozent.

Damit hat der Titel die 50-Tage-Linie bei 80,07 Euro überschritten. Bis zur langfristigen Trendwende fehlt aber noch ein Stück. Der Kurs notiert weiterhin unter der 200-Tage-Linie.

Das Jahreshoch von 105,80 Euro bleibt über 22 Prozent entfernt. Das kurzfristige Momentum verhält sich derweil neutral. Die Volatilität liegt annualisiert bei rund 29 Prozent.

Der nächste Katalysator

Parallel zur Krebswissenschaft läuft das Stammgeschäft weiter. Partner Pfizer sammelt aktuell klinische Daten zur neuesten KP.2-Impfstoffvariante. Erste Ergebnisse für die Saison 2024/2025 erwarten die Konzerne in den kommenden Quartalen.

Der wahre Hebel für den Aktienkurs liegt jedoch woanders. Da die mRNA-Plattform bei Infektionskrankheiten als validiert gilt, betrachten Analysten fast ausschließlich die Onkologie-Pipeline. Der nächste Kursschub hängt direkt an greifbaren klinischen Beweisen für die Krebskandidaten.