Neue Aufsichtsräte, bestätigte Jahresziele, ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm — und trotzdem fiel die Aktie. BioNTechs Hauptversammlung vom 15. Mai lieferte viele Signale, aber die Märkte reagierten skeptisch.

Führungswechsel und neue Expertise

Der Aufsichtsrat wurde von sechs auf acht Mitglieder erweitert. Helmut Jeggle übernahm den Vorsitz. Mit Dr. Iris Löw-Friedrich und Dr. Susanne Schaffert zogen zwei Expertinnen ein, die speziell in der klinischen Onkologie-Entwicklung und Vermarktung erfahren sind. Das Signal ist klar: BioNTech will weg vom COVID-Image und hin zu einem breiten Onkologie-Portfolio.

Das ist leichter gesagt als getan. Das Unternehmen betreibt derzeit 15 laufende Phase-3-Studien. Die Kosten dafür sind erheblich.

Zahlen bestätigt, Druck bleibt

Das Management bekräftigte die Jahresziele für 2026. Der Umsatz soll zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro liegen. Die bereinigten Forschungsausgaben werden zwischen 2,2 und 2,5 Milliarden Euro erwartet — ein teures Programm, das die Bilanz belastet.

Zur Gegensteuerung plant BioNTech ein Kostensenkungsprogramm. Bis 2029 sollen rund 500 Millionen Euro jährlich durch Konsolidierung des Produktionsnetzwerks eingespart werden. Die 3,5-Milliarden-Dollar-Vorauszahlung aus der Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb stützt die Kasse kurzfristig.

Kurs unter Druck, Analysten optimistischer

Die Aktie schloss am Freitag bei 76,95 Euro — ein Minus von 2,22 Prozent auf Tagesbasis und rund 8 Prozent im Minus über die vergangenen 30 Tage. Mit einem Abstand von fast 25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch notiert der Kurs deutlich unter dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt.

Das Rückkaufprogramm über bis zu eine Milliarde Dollar soll innerhalb der nächsten zwölf Monate umgesetzt werden. Analysten sehen trotzdem Potenzial: Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 131,60 Dollar, das Konsensrating lautet „Moderate Buy“.

Ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist, hängt vor allem am Onkologie-Kandidaten Pumitamig (BNT327). Wichtige Datenpakete werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet — dann wird sich zeigen, ob der strategische Umbau klinisch trägt.