BioNTech Aktie: 500 Millionen Euro jährliche Einsparungen

Vor dem Onkologie-Kongress ASCO zeigt sich das Analystenlager gespalten: Bernstein bleibt skeptisch, andere Häuser sehen Potenzial in BioNTechs Krebs-Pipeline.

BioNTech Aktie
Kurz & knapp:
  • Bernstein startet mit neutraler Einstufung
  • Zwei Schlüsselkandidaten präsentieren Daten
  • Umsatzrückgang bei steigenden Forschungsausgaben
  • Standortschließungen sollen ab 2029 entlasten

Bernstein hat BioNTech mit „Market Perform“ und einem Kursziel von 96 Dollar eingestuft — und damit eine Woche vor dem wichtigsten Onkologie-Kongress des Jahres eine klare Skepsis signalisiert. Das Timing ist kein Zufall.

Geteilte Meinungen vor Chicago

Die Bernstein-Initiation vom 22. Mai stammt von Analyst Jeffrey Walch. Er nennt hohes Registrierungsrisiko als zentralen Kritikpunkt — also die Unsicherheit, ob BioNTechs Krebsmedikamente tatsächlich die Zulassung erreichen.

Andere Häuser sehen das anders. Deutsche Bank, Goldman Sachs und Jefferies halten an einer Kaufempfehlung fest. Berenberg senkte zwar sein Kursziel, hält die Aktie aber für „tief“ unterbewertet. Das Bild auf dem Analystenparkett ist damit gespalten.

Bernstein erkennt immerhin die finanzielle Stärke an. Die Barmittel aus der Bristol-Myers-Squibb-Partnerschaft und eine Bilanz von 19,6 Milliarden Dollar geben BioNTech genug Spielraum, um mehrere Programme gleichzeitig voranzutreiben.

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ASCO: Die Daten entscheiden

Vom 29. Mai bis 2. Juni präsentiert BioNTech in Chicago neue klinische Daten. Zwei Oral Presentations stehen für die Schlüsselkandidaten pumitamig und gotistobart auf dem Programm.

Für gotistobart zeigen Phase-2-Daten aus der PRESERVE-004-Studie dauerhafte Anti-Tumor-Aktivität bei Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs. Das Profil: klinisch relevante Gesamtüberlebens-Daten, überschaubares Sicherheitsprofil, kein Chemotherapie-Einsatz.

Pumitamig liefert aus der ROSETTA-Lung-02-Studie ermutigende Signale in der Erstlinientherapie beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. Die Kombination mit Chemotherapie soll jetzt in einer Phase-3-Studie direkt gegen pembrolizumab plus Chemotherapie getestet werden.

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Umbau läuft, Kosten steigen

Das finanzielle Bild für Q1 2026 ist zweischneidig. Der Umsatz fiel auf 138 Millionen Dollar — COVID-Impfstofferlöse brechen weiter weg. Der Nettoverlust weitete sich auf 622 Millionen Dollar aus, weil die Forschungsausgaben auf 652 Millionen Dollar stiegen.

Für das Gesamtjahr hält BioNTech an einer Umsatzprognose von 2,3 bis 2,6 Milliarden Dollar fest. Ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar läuft über zwölf Monate.

Parallel schließt das Unternehmen Standorte in Idar-Oberstein, Marburg, Tübingen und Singapur. Ab 2029 sollen diese Maßnahmen bis zu 500 Millionen Euro jährlich einsparen.

Die ASCO-Daten ab Donnerstag werden zeigen, ob pumitamig und gotistobart das Versprechen einlösen können — und ob Bernsteins Skepsis oder der Optimismus von Goldman und Jefferies näher an der Realität liegt.

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