BioNTech verdient wieder Geld und investiert zugleich immer mehr in seine Zukunft als Krebsmedikamentenhersteller. Im dritten Quartal erzielten die Mainzer einen Überschuss von 184,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von 28,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Plus von 2,9 % auf 80,50 Euro und überwand damit die Marke von 80 Euro, an der sie zuletzt gescheitert war.
Der Gewinnsprung hat allerdings einen besonderen Hintergrund: Im Vergleichsquartal hatten hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten das Ergebnis gedrückt. Ihr Wegfall verbessert nun die Bilanz, während das bisherige Kerngeschäft weiter schrumpft.
Statt Covid die neue Zukunft
Die Erlöse aus Covid-19-Impfstoffen gingen nach den vorliegenden Angaben von 1,52 auf 1,29 Milliarden Euro zurück. Dennoch erhöhte BioNTech die Untergrenze seiner Umsatzprognose für 2026 um 100 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro. Die Obergrenze blieb bei 1,9 Milliarden Euro.
Das Unternehmen steckt einen wachsenden Teil seiner Mittel in die Entwicklung neuer Krebsmedikamente. Allein die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im Quartal von 564,8 auf 748,1 Millionen Euro. Bis 2030 sollen mehrere Produkte auf den Markt kommen. Einen Rückschlag gab es zuletzt bei einer Krebsstudie, die ihren ersten maßgeblichen Endpunkt verfehlte.
Für Anleger ergibt sich damit ein ungewöhnliches Bild: BioNTech schreibt wieder schwarze Zahlen, muss aber gleichzeitig hohe Summen aufwenden, um sein künftiges Geschäft aufzubauen.
An der Börse war die Skepsis zuvor deutlich sichtbar. Noch am Freitag kostete die Aktie 78,73 Euro und lag 5,2 % unter ihrer 100-Tage-Linie. Im Jahresverlauf wechselten Kurse unter 70 Euro mit Notierungen über 100 Euro.
Die Analysten halten dennoch an dreistelligen Kurszielen fest. Die Analysten haben gute Gründe dafür gefunden und angeführt.
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