BioNTech betritt die wichtigste Onkologie-Konferenz des Jahres mit einem breiten klinischen Paket — und viel zu beweisen. Ab dem 29. Mai präsentiert das Unternehmen in Chicago beim ASCO-Jahreskongress neue Daten aus seiner Krebspipeline. Die Frage dahinter ist größer als einzelne Studienergebnisse: Kann BioNTech zeigen, dass es nach dem Ende des COVID-Geldregen als Onkologie-Unternehmen eigenständig trägt?
Gotistobart im Mittelpunkt
Das auffälligste Element des ASCO-Auftritts ist gotistobart — ein CTLA-4-Antikörper, der gezielt regulatorische T-Zellen im Tumormikromilieu abbauen soll. Am 30. Mai präsentiert BioNTech Phase-2-Daten der PRESERVE-004-Studie, in der gotistobart gemeinsam mit Pembrolizumab bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom untersucht wurde.
Das Unternehmen beschreibt die Ergebnisse als dauerhaft antitumorale Aktivität, klinisch bedeutsame Gesamtüberlebensdaten und ein handhabbares Sicherheitsprofil. Entwickelt wurde der Kandidat gemeinsam mit OncoC4. Für Investoren ist das Signal relevant: BioNTech will belegen, dass seine Onkologie-Strategie nicht an einem einzigen Wirkstoff oder Tumortyp hängt.
ADC-Pipeline als zweites Standbein
Neben der Immunonkologie rücken Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) ins Bild — ein Bereich, den Pharma-Investoren wegen hoher Deal-Aktivität genau verfolgen. BioNTech zeigt in Chicago gleich drei ADC-Programme:
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- BNT326/YL202 (HER3-ADC): Phase-1b/2-Poster als Monotherapie und in Kombination mit Pumitamig bei fortgeschrittenen soliden Tumoren
- BNT324/DB-1311 (B7H3-ADC): Trial-in-Progress-Poster; die laufende Phase-1/2a-Studie liefert die bisherige klinische Evidenz, eine Phase-3-Studie beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom soll 2026 starten
- Trastuzumab Pamirtecan (HER2-ADC): Phase-3-Poster versus Chemotherapie bei vorbehandeltem HER2-exprimierendem rezidivierendem Endometriumkarzinom
Das Paket spannt einen Bogen von Immuntherapie bis zu gezielter Onkologie — Plattformen, die Investoren auf regulatorische und kommerzielle Optionalität hin beobachten.
Starke Kasse, schwache Erlöse
Die Aktie notiert aktuell bei rund 80 Euro, gut zwei Prozent über dem Vortagesschluss — liegt aber noch immer knapp 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Oktober 2025. Das Kursbild spiegelt die fundamentale Spannung wider.
Im ersten Quartal 2026 erzielte BioNTech Erlöse von 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust belief sich auf 531,9 Millionen Euro, die Forschungsausgaben auf 557 Millionen Euro. Dem gegenüber steht eine Liquiditätsposition von 16,76 Milliarden Euro per Ende März — ein Polster, das BioNTech auch ein milliardenschweres ADS-Rückkaufprogramm erlaubt, das bis Mai 2027 läuft.
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Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen an einer Umsatzprognose von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro fest, bei geplanten bereinigten F&E-Ausgaben von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Das Verhältnis ist eindeutig: BioNTech gibt deutlich mehr aus, als es einnimmt — und setzt darauf, dass die Pipeline diesen Rückstand mittelfristig aufholt.
Mehr als 25 laufende Studien
BioNTech nennt aktuell mehr als 25 Phase-2- und Phase-3-Studien, darunter 13 laufende Pivotalstudien in Immunmodulatoren, ADCs und mRNA-Krebsimmuntherapien. Regulatorische Zulassungen oder kommerzielle Erlöse aus diesen Kandidaten gibt es noch nicht.
Die ASCO-Präsentationen am 30. Mai und 1. Juni werden zeigen, ob die klinischen Daten zu Ovarialkarzinom, Prostatakarzinom, Endometriumkarzinom und soliden Tumoren die Investorenthese stützen — dass BioNTech nicht nur eine COVID-Vergangenheit hat, sondern eine Onkologie-Zukunft.
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