BioNTech kommt in eine wichtige Nachrichtenwoche. Während das Covid-Geschäft weiter schrumpft, rückt die Onkologie-Pipeline immer stärker in den Mittelpunkt. Die ASCO-Jahrestagung in Chicago dürfte zeigen, wie belastbar der neue Wachstumskern bereits ist.
Der Kurs spiegelt diese Übergangsphase. Die BioNTech-Aktie notiert bei 79,65 Euro und liegt heute leicht im Minus. Auf Monatssicht steht weiter ein Rückgang von 8,61 Prozent, trotz einer kleinen Erholung über die vergangenen Handelstage.
Covid-Geschäft liefert weniger Rückenwind
Eine neue Veröffentlichung in Nature Communications stützt die Wirksamkeit des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs BNT162b2. Die Studie bewertet den Impfstoff über verschiedene klinische Einsatzfelder hinweg und bestätigt Schutz vor Infektionen sowie eine Verringerung der Weitergabe in unterschiedlichen Phasen der Impfkampagnen.
Für BioNTech ist das wichtig, aber nicht mehr der zentrale Kurstreiber. Die Nachfrage nach Covid-Impfstoffen hat deutlich nachgelassen. Genau das zeigt sich in den Zahlen: Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
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Der Markt schaut deshalb weniger auf die Vergangenheit des Impfstoffgeschäfts. Entscheidend ist jetzt, ob BioNTech seine hohen Investitionen in Krebsmedikamente in klinische Substanz verwandeln kann.
Pumitamig wird zum Schlüsselprogramm
Im Zentrum der ASCO-Präsentationen steht pumitamig. Der bispezifische Immunmodulator zielt auf PD-L1 und VEGF-A und gehört damit zu den strategisch wichtigsten Programmen der Mainzer.
BioNTech hat 2026 bereits fünf neue zulassungsrelevante Studien mit pumitamig gestartet. Die Indikationen reichen von triple-negativem Brustkrebs über Magenkrebs bis zu nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Das ist kein Nebenprojekt mehr, sondern der Versuch, eine breite Onkologie-Plattform aufzubauen.
Ermutigend wirken vor allem Zwischendaten aus der Phase-2-Studie ROSETTA Lung-02. Dort zeigte pumitamig in Kombination mit Chemotherapie eine antitumorale Aktivität. Diese Daten fließen nun in eine laufende Phase-3-Studie ein, in der das Programm gegen den Standard Pembrolizumab verglichen wird.
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Bis zum Jahresende plant BioNTech sechs weitere Phase-3-Starts. Damit könnte das späte Onkologieprogramm auf 15 erwartete Phase-3-Studien anwachsen. Das dürfte spannend werden, weil der Konzern damit zwar seine Chancen verbreitert, aber auch den finanziellen Druck hoch hält.
Hohe Forschungskosten, starke Kasse
Die Investitionsseite ist bereits sichtbar. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen im ersten Quartal auf 557,0 Millionen Euro, weil BioNTech die klinische Umsetzung beschleunigt. Bei mehr als 25 laufenden Phase-2- und Phase-3-Studien ist das kein kleiner Kostenblock.
Die Bilanz verschafft dem Unternehmen allerdings Zeit. Ende März verfügte BioNTech über rund 19,6 Milliarden Dollar an Zahlungsmitteln, Äquivalenten und Wertpapieranlagen. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,0 Milliarden Dollar über die kommenden zwölf Monate.
Der Aktienkurs bleibt technisch angeschlagen. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 7,61 Prozent, während der Titel nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt handelt. Das signalisiert Stabilisierung im kurzen Fenster, aber noch keine Rückkehr in einen klaren Aufwärtstrend.
Vom 29. Mai bis 2. Juni rücken die ASCO-Daten in den Vordergrund. Für BioNTech zählt dort weniger die reine Anzahl der Präsentationen, sondern die Qualität der klinischen Signale bei pumitamig und weiteren Onkologieprogrammen. Gelingt hier ein glaubwürdiger Fortschritt, bekommt die strategische Wende vom Impfstoffspezialisten zum Krebsmedikamenten-Entwickler deutlich mehr Gewicht.
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