Das BlackRock Investment Institute warnt vor einer „Diversifikations-Illusion“ im aktuellen Marktumfeld. Klassische Absicherungen wie Staatsanleihen oder Gold bieten derzeit keinen verlässlichen Schutz gegen Turbulenzen. In einer Phase massiver Verschiebungen greifen alte Depot-Regeln ins Leere.
Seit Ausbruch des Nahost-Konflikts zeigt sich ein ungewöhnliches Bild: Der S&P 500 stieg um acht Prozent, während Brent-Öl um 43 Prozent teurer wurde. Parallel dazu kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um 60 Basispunkte.
Die Renditen für 30-jährige US-Papiere markierten zuletzt sogar ein Zwei-Dekaden-Hoch. BlackRock geht davon aus, dass eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve bereits in den Kursen enthalten ist. Das bisherige Marktregime stellt langjährige Investment-Annahmen grundlegend infrage.
Strategiewechsel bei Anleihen
Um die Portfolios wetterfest zu machen, empfiehlt der Vermögensverwalter eine Neuausrichtung. Im Fokus stehen kurz- bis mittelfristige US-Bonds sowie inflationsindexierte Papiere mit Laufzeiten von über fünf Jahren. Alternative Anlagen wie Hedgefonds mit Makro-Strategien könnten den fehlenden Schutz klassischer Anleihen kompensieren.
Ergänzend rücken private Märkte in den Mittelpunkt. Besonders Infrastrukturprojekte und private Kredite gelten als Stabilitätsanker. BlackRock-Chef Larry Fink verwies auf den enormen Kapitalbedarf für KI-Datenzentren, der vor allem aus US-Pensionsfonds gedeckt werden dürfte.
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Bewertung und Insider-Signale
Die Aktie des Konzerns, der zuletzt rund 14 Billionen US-Dollar verwaltete, ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,01 teurer als im historischen Schnitt. Der Median liegt bei 21,39.
In den vergangenen drei Monaten veräußerten Insider zudem Papiere im Wert von 44,8 Millionen US-Dollar. Große Institutionen wie Allstate Corp bauten ihre Positionen hingegen im vierten Quartal aus.
Während Navin Saigal, BlackRocks Leiter für asiatische Rentenmärkte, für 2026 Zinssenkungen prognostiziert, bleibt der Markt kurzfristig skeptisch. Das CME FedWatch Tool taxiert die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen im Juni aktuell auf 98,1 Prozent.
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