Die US-Wirtschaft steuert auf ein Stromproblem zu. Künstliche Intelligenz frisst Energie – und das Stromnetz kommt an seine Grenzen. Für Unternehmen wie Bloom Energy eröffnet das eine historische Chance.

Der Brennstoffzellen-Spezialist veröffentlichte seinen Mid-Year Pulse Report. Die Kernaussage: Immer mehr Rechenzentren setzen auf eigene Stromversorgung. 61 Prozent der Betreiber wollen vor Ort erzeugen, wenn der Netzanschluss zum Flaschenhals wird. Bloße Standortverlagerung ist für die meisten keine Alternative mehr.

Bis 2030 soll rund ein Drittel aller US-Rechenzentren komplett unabhängig vom öffentlichen Netz operieren. Der Treiber: KI-Infrastruktur. Der Stromverbrauch der Branche könnte sich bis dahin mehr als verdoppeln.

Kohlenstoffabscheidung als zweiter Wachstumsmotor

Bloom Energy liefert Festoxid-Brennstoffzellen für die dezentrale Stromproduktion. Der Report zeigt zudem einen Trend zur CO2-Abscheidung. 31 Prozent der Onsite-Rechenzentren planen bis 2030 den Einsatz von Carbon-Capture-Technologien. Fünf Jahre später sollen es 41 Prozent sein.

Das Unternehmen selbst hat Großaufträge eingefahren. Für Oracles KI-Campus „Project Jupiter“ in New Mexico ist Bloom der exklusive Stromlieferant – mit einem Potenzial von bis zu 2,45 Gigawatt aus Brennstoffzellen. Ein Master-Agreement mit Nebius Group summiert sich auf bis zu 2,6 Milliarden Dollar über drei 10-Jahres-Phasen. Die ersten 328 Megawatt sollen noch dieses Jahr ans Netz gehen.

Die Aktie notierte am Dienstag bei 278,50 Euro, ein Minus von 7,78 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht ein Plus von satten 1.328 Prozent im 52-Wochen-Hoch bei 306,50 Euro. Gemessen am 200-Tage-Durchschnitt von 127,36 Euro bleibt die Bewertung sportlich.

Neben den operativen Neuigkeiten korrigierte Bloom Energy eine Details zu aktienbasierten Vergütungen. CEO Dr. KR Sridhar erhielt 319.082 leistungsabhängige Aktieneinheiten auf Zielniveau – eine Bereinigung einer früheren Meldung.

Der Druck auf das Stromnetz wird weiter steigen. Bloom Energy sitzt mit seiner Onsite-Lösung genau an der Schnittstelle zwischen KI-Boom und Infrastruktur-Engpass.