BMW hat am Sonntag im Stammwerk München die Serienproduktion des neuen i3 aufgenommen. Der Wagen ist das zweite Modell der „Neuen Klasse“ und markiert den Auftakt eines fünfjährigen Werksumbaus, der München bis 2027 zu einem reinen Elektroauto-Standort machen soll. Der Konzern investiert dafür 650 Millionen Euro. Parallel dazu wird der Stellenabbau konkret: Weltweit sollen 8.000 Arbeitsplätze wegfallen, in Deutschland erhalten 50.000 der 84.000 Beschäftigten ein Abfindungsangebot.
Neue Klasse soll Wachstum bringen
Der i3 50 xDrive leistet nach Angaben aus dem Produktionsstart 345 kW und 645 Newtonmeter Drehmoment. Auf einer Batterieladung soll er nach WLTP-Norm bis zu 900 Kilometer weit kommen, an der Schnellladesäule lassen sich in zehn Minuten bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen. Die Auslieferung an Kunden startet im Herbst. Für das Schwestermodell iX3 liegen bereits mehr als 50.000 Bestellungen vor – ein Signal dafür, dass die Neue Klasse auf Nachfrage trifft. 2025 hatte BMW insgesamt 2,46 Millionen Fahrzeuge verkauft, im ersten Quartal 2026 legten die Elektroauto-Bestellungen in Europa um 40 Prozent zu.
Der Umbau des Stammwerks ist damit mehr als eine Modellpflege. Ab 2027 laufen in München ausschließlich Elektrofahrzeuge vom Band, was den Standort tief in die Transformation des Konzerns hineinzieht. Der parallel angekündigte Stellenabbau läuft von Oktober 2026 bis Ende 2027 und betrifft damit fast zwei Drittel der deutschen Belegschaft, denen ein Abfindungsangebot vorgelegt wird. Die Abfindungen sind einkommensteuerpflichtig, bleiben aber sozialversicherungsfrei – ein Detail, das für betroffene Beschäftigte bei der finanziellen Planung relevant wird.
Solar-Prototyp als Ausblick auf künftige Technik
Neben der laufenden Serienfertigung zeigt BMW mit dem Prototyp Deep Orange 17 eine weitere Facette seiner Elektrostrategie. Das gemeinsam mit der Clemson University entwickelte Fahrzeug trägt 1.700 Solarzellen und wiegt 550 Kilogramm. Bei einer täglichen Pendelstrecke von 20 Kilometern soll es im Schnitt 50 zusätzliche Reichweitenkilometer aus Sonnenenergie erzeugen – getestet in Städten wie Greenville, Frankfurt, Madrid und Mumbai. Vorgestellt wird der Wagen auf der CES 2027 in Las Vegas. Noch handelt es sich um ein Forschungsprojekt, doch es unterstreicht, wie stark BMW parallel zur Serienproduktion an Zusatztechnologien für die Elektroflotte arbeitet.
Aktie reagiert mit deutlichem Plus
An der Börse kam die Nachrichtenlage gut an: Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 59,96 Euro und legte auf Tagessicht um 2,18 Prozent zu. Damit bewegt sich das Papier nur noch 6,31 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst am 24. Juli markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 35,82 Prozent im Minus – ein Ausmaß, das den tiefen Umbau und die Kosten des Stellenabbaus widerspiegelt, denen die Neue Klasse nun operatives Momentum entgegensetzen soll. Ob der Produktionsstart des i3 tatsächlich zur Wende beim Kurs wird, hängt davon ab, wie schnell sich die Bestelldynamik von iX3 und i3 in belastbare Absatzzahlen übersetzt.
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