Im Leipziger BMW-Werk haben humanoide Roboter die Pilotphase unter echten Produktionsbedingungen gestartet. Leipzig ist damit der erste europäische BMW-Standort, an dem die Technologie nicht mehr im Labor, sondern in der laufenden Fertigung erprobt wird.
Batterien schrauben, Karosserien scannen
Die Roboter stammen vom Schweizer Unternehmen Hexagon und werden in zwei Bereichen eingesetzt. In der Batteriemontage lernen sie den Umgang mit Bauteilen für Hochvoltspeicher — also die Antriebsbatterien von Elektrofahrzeugen. In der Qualitätskontrolle scannen sie Fahrzeugkarosserien auf Abweichungen und Fehler.
Das Einlernen funktioniert einmalig: Ein Mitarbeiter bringt einem Roboter eine Bewegungsabfolge bei, danach können alle anderen Geräte diese Aufgabe direkt übernehmen. Produktionsleiter Michael Ströbel formuliert es knapp: „Das Schöne ist, wenn wir es einem Roboter beigebracht haben, können es alle.“
Kein Jobabbau, aber ein anderes Werk
Werkleiterin Petra Peterhänsel betonte, die Roboter ersetzten keine Mitarbeiter — sie übernähmen vor allem monotone, ergonomisch belastende oder sicherheitskritische Tätigkeiten. Beschäftigte würden stattdessen andere Aufgaben im Werk übernehmen.
Die eigentliche Pilotphase soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Danach plant BMW den schrittweisen Rollout auf weitere Standorte und Anwendungsbereiche weltweit.
Die Nachricht trifft auf einen Kurs, der sich zuletzt deutlich erholt hatte: Die BMW-Aktie gewann am Freitag gut 1,5 Prozent auf rund 67,54 Euro — nachdem sie tags zuvor bei einem neuen Jahrestief von 65,92 Euro notiert hatte. Das gibt der Roboter-Meldung einen gewissen Kontext: Der Kurs bleibt unter Druck, jeder positive Impuls sitzt gerade tief.
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