BMW zieht eine Leasing-Verlängerung für den Dienstwagen des Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zurück. Anlass ist die Wahl von Tobias Rausch, einem AfD-Mitglied, in das Amt. Der Münchner Autobauer macht damit eine zuvor scharfe Wortmeldung seines Chefs zur Tat.

Klare Worte, jetzt Konsequenzen

Konzernchef Milan Nedeljkovic hatte die Politik der AfD kürzlich als „Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort“ bezeichnet. Die Entscheidung in Sachsen-Anhalt geht einen Schritt weiter: BMW greift in einen konkreten Vertrag ein. Das dürfte die Debatte um das Verhältnis von Unternehmen und Politik weiter anheizen.

Finanziell ist der Vorgang überschaubar. Für das Image und die öffentliche Wahrnehmung des Konzerns hat er dagegen Gewicht.

Sparkurs auch auf der Messe

Parallel dazu fährt BMW seine Ausgaben zurück. Nach der jüngsten Gewinnwarnung verzichten BMW und Mini auf den Pariser Autosalon, der am Dienstag öffnet. Die Aktie notiert nahe ihrem Zwölfmonatstief. Am Morgen lag sie im vorbörslichen Handel auf Tradegate mit gut einem halben Prozent im Plus bei rund 54 Euro.

Rückenwind kam zuletzt aus Brüssel. Die EU und China verständigten sich auf eine Begrenzung chinesischer Hybridexporte. Handelskommissar Maros Sefcovic sprach von einem Rückgang um mehr als die Hälfte.

Hybride machen inzwischen das größte Segment auf dem europäischen Markt aus, und chinesische Anbieter drängen mit Rabatten hinein. Der Branchenverband VDA wertete die Einigung als positives Signal, will aber die Details abwarten. China hat die Quote bislang nicht offengelegt und pocht auf diskriminierungsfreie Behandlung.

Analysten bleiben deutlich höher

Die Kursziele der Analysten liegen laut Datenlage zwischen 60 und 82 Euro und damit klar über dem aktuellen Kurs. Das Bild zeigt: Der Markt traut dem Konzern eine Erholung zu, auch wenn die Gewinnwarnung noch nachwirkt.

Ein Wettbewerber liefert zudem einen Vergleichspunkt. Audi lieferte im dritten Quartal fast 20 Prozent weniger Fahrzeuge aus und leidet besonders unter den US-Zöllen, weil dort keine eigene Fertigung existiert. BMW produziert dagegen in den USA und ist an dieser Stelle besser aufgestellt.

Die Gespräche zwischen EU und China gehen weiter. Für Januar ist ein Treffen per Videoschalte geplant, die dritte Runde der Handels- und Investitionsberatungen soll im März stattfinden.