Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei BMW klaffen operative Realität und Stimmung an der Börse weit auseinander. Der bayerische Autobauer baut seine Kapazitäten für die Elektromobilität massiv aus. Die Aktie rutscht hingegen weiter ab.

Steyr wird zum E-Zentrum

Seit dem 6. Juli laufen die Bänder im österreichischen Werk Steyr im Zweischichtbetrieb. BMW fertigt dort nun die E-Antriebe für die „Neue Klasse“. Dazu zählen der iX3 und der kommende i3. Die Kapazität steigt damit auf über 4.000 Motoren pro Woche. Für den Ausbau hat der Konzern die Produktionsfläche um rund 60.000 Quadratmeter erweitert.

Sprung auf Platz zwei

Parallel zum Werksausbau gewinnt BMW Marktanteile. In Deutschland rückte der Autobauer im Frühjahr auf den zweiten Platz bei den Elektro-Neuzulassungen vor. Nur Konkurrent Volkswagen lieferte noch mehr E-Autos aus. BMW kam laut Kraftfahrt-Bundesamt auf gut 19.000 Neuzulassungen. Ein bemerkenswerter Sprung. Zu Jahresbeginn rangierte die Marke lediglich auf Platz fünf.

Kurs im Abwärtstrend

Die Börse honoriert diese operativen Erfolge bislang nicht. Die BMW-Aktie gab am Mittwoch deutlich nach und fiel auf 58,78 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf knapp 39 Prozent.

Die hohen Vorabkosten für die E-Mobilität belasten die Laune der Investoren. Der Kurs notiert aktuell nur knapp über dem Jahrestief. Das Rekordniveau vom vergangenen Dezember bleibt in weiter Ferne.

Wie profitabel das Unternehmen aktuell arbeitet, berichtet das Management am 30. Juli. An diesem Tag veröffentlicht BMW die Halbjahreszahlen. Investoren achten dann streng darauf, wie viel Geld der Hochlauf der E-Autos kostet.