Boeing baut seine Rüstungssparte mit Nachdruck aus. Im Rahmen der nationalen Initiative „Arsenal of Freedom“ hat der Konzern einen Sieben-Jahres-Rahmenvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium unterzeichnet — mit dem Ziel, die Produktion kritischer Raketenabwehrkomponenten massiv zu skalieren. Gleichzeitig kämpft die Zivilluftfahrtsparte weiter mit Margendruck.
Dreifache Kapazität in Huntsville
Das Herzstück des neuen Vertrags ist die Erweiterung der PAC-3-Seeker-Produktion im Werk Huntsville, Alabama. Diese Suchköpfe sind zentrale Bauteile der PAC-3-Abfangraketen und ermöglichen die Bekämpfung hypersonischer Raketen, ballistischer Raketen und Marschflugkörper.
Gemeinsam mit dem US-Verteidigungsministerium und Hauptauftragnehmer Lockheed Martin soll die jährliche Produktionskapazität von rund 600 auf 2.000 Einheiten steigen. Seit 2024 hat Boeing bereits mehr als 200 Millionen Dollar in die Modernisierung des Standorts investiert, darunter eine neu fertiggestellte Hallenerweiterung von rund 3.250 Quadratmetern. Der Rahmenvertrag ist so strukturiert, dass er für Boeing cashflow-neutral bleibt. Einen konkreten Mehrjahresauftrag erwartet das Management noch in diesem Jahr.
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Zusätzlich sicherte sich Boeing einen weiteren Auftrag der US Air Force im Wert von bis zu 900 Millionen Dollar. Der Vertrag umfasst die vollständige Lebenszyklusunterstützung der Avionik-Systeme des Überschall-Trainingsflugzeugs T-38C Talon — Wartung, Ingenieurleistungen und Software-Support bis Ende März 2036.
Zivilsparte bleibt unter Druck
Während die Rüstungs- und Raumfahrtsparte Fahrt aufnimmt, belastet die Integration von Spirit AeroSystems die Marge im Bereich Commercial Airplanes (BCA) spürbar. CFO Jesus Malave bestätigte, dass die BCA-Marge im laufenden Quartal voraussichtlich zwischen minus 7,5 und minus 8 Prozent liegen wird. Eine Rückkehr in die Gewinnzone bei Passagierflugzeugen ist nun erst für 2027 geplant.
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Bei der 737-MAX-Produktion liegt die aktuelle Rate bei 42 Flugzeugen pro Monat. Bis Mitte 2026 soll dieser Wert auf 47 steigen, unterstützt durch eine neue Fertigungslinie in Everett, die noch in diesem Sommer den Betrieb aufnehmen soll. Die Zulassung der Varianten MAX-7 und MAX-10 erwartet Boeing für 2026, die des Langstreckenjets 777X für 2027.
Die vollständigen Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht Boeing am 22. April — dann wird sich zeigen, wie stark die Rüstungsgewinne den Druck aus der Zivilsparte tatsächlich abfedern.
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