Boxlight steckt in einer existenziellen Klemme. Während der Anbieter von Bildungstechnologie operativ neue Wege geht, droht an der Börse das Ende der Notierung. Am Mittwoch rutschte die Aktie auf ein neues Jahrestief von 0,73 USD ab.

Die Nasdaq-Regeln verlangen ein Mindesteigenkapital von 2,5 Millionen USD. Boxlight meldete zuletzt jedoch nur etwa die Hälfte dieses Wertes. Bis zum 4. Juni muss das Unternehmen einen Sanierungsplan einreichen, um den Ausschluss vom Handel zu verhindern.

Massive Verwässerung als Rettungsanker

Auf der Hauptversammlung im Mai steht eine drastische Änderung der Kapitalstruktur zur Debatte. Der Vorstand schlägt vor, die Anzahl der autorisierten Aktien von rund 4,2 Millionen auf 55 Millionen zu erhöhen. Dieser Schritt soll den Weg für künftige Finanzierungen ebnen.

Parallel dazu strebt das Unternehmen eine Kreditlinie von bis zu 15 Millionen USD an. Diese Maßnahmen könnten zwar die Liquidität sichern, bedeuten für bestehende Aktionäre jedoch eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile. Kein Wunder, dass die Marktstimmung angespannt bleibt.

Operative Schwäche und hoher Verkaufsdruck

Die Zahlen für das erste Quartal werden Mitte Mai erwartet. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 22,4 Millionen USD. Das Vorjahr endete bereits mit einem deutlichen Umsatzrückgang von fast 20 Prozent.

Der hohe Verkaufsdruck spiegelt sich auch in den Positionen der Leerverkäufer wider. Zuletzt waren rund 20,4 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Trotz der finanziellen Turbulenzen setzt Boxlight auf Produktinnovationen wie die neue cloudbasierte Kommunikationsplattform Symphony Cloud.

Die kommenden Wochen entscheiden über die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Am 4. Juni läuft die Frist für den Nasdaq-Compliance-Plan ab.