Der britische Energiekonzern BP dreht die Zeit zurück. Unter der neuen Führung verabschiedet sich das Unternehmen von grünen Ambitionen und fokussiert sich wieder voll auf das klassische Öl- und Gasgeschäft. Dieser radikale Kurswechsel trifft auf einen Ölmarkt im Ausnahmezustand.
Umbau unter neuer Führung
Seit Anfang April steuert Meg O’Neill als neue Vorstandschefin den Konzern. Sie implementiert ein traditionelles Upstream-Downstream-Modell. Die bisherigen Bemühungen, BP als Vorreiter der erneuerbaren Energien zu positionieren, sind damit Geschichte.
Die Umstrukturierung zeigt bereits konkrete Folgen. Das Handelsteam für Pipeline-Gas wird aufgelöst, was rund 20 Arbeitsplätze kostet. Parallel dazu prüft das Management den Verkauf von Erdgas-Assets in Ägypten. Obwohl BP dort fast 60 Prozent der nationalen Produktion verantwortet, sollen diese Bestände weichen. Bis 2027 will der Konzern unrentablere Bereiche im Wert von mehreren Milliarden abstoßen.
Milliardenprojekt im Golf von Mexiko
Das freigewordene Kapital fließt in hochprofitable fossile Projekte. Im Golf von Mexiko treibt BP das Kaskida-Projekt voran. Die Investitionssumme beläuft sich auf fünf Milliarden US-Dollar. Ab 2029 sollen dort täglich 80.000 Barrel Öl gefördert werden.
Das Timing für diesen strategischen Neustart spielt dem Unternehmen in die Karten. Eskalierende Spannungen im Nahen Osten und Einschränkungen in der Straße von Hormus treiben die Rohstoffpreise massiv an. Die Sorte Brent notiert mittlerweile über 111 US-Dollar je Barrel.
Auch die BP-Aktie profitiert von diesem Umfeld. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 6,52 Euro steht seit Jahresbeginn ein Plus von knapp 29 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert damit deutlich über der 200-Tage-Linie.
Schuldenabbau und Analystenstimmen
Trotz der sprudelnden Einnahmen bleibt die Bilanz eine Baustelle. Die Nettoverschuldung lag am Ende des ersten Quartals bei über 25 Milliarden US-Dollar. Das Management priorisiert daher den Schuldenabbau und plant, die Finanzierung über Hybridanleihen deutlich zu reduzieren.
Analysten bewerten die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft positiv. Argus Research und RBC Capital hoben ihre Einstufungen im Mai auf Kaufempfehlungen an. Sie verweisen auf die starke Positionierung im aktuellen Marktumfeld, das von Beobachtern bereits als „Trump Oil Shock“ bezeichnet wird. Eine schnelle Deeskalation im Iran-Konflikt birgt jedoch das Risiko einer plötzlichen Preiskorrektur.
Aktionäre können sich derweil auf die nächste Ausschüttung einstellen. Am 26. Juni zahlt BP eine Zwischendividende von 0,49 US-Dollar je Aktie aus.
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