Broadcom Aktie: Alphabet greift an!

Alphabet führt Gespräche mit Marvell über KI-Chip-Entwicklung, bleibt Broadcom aber bis 2031 als Hauptpartner verbunden. Der Markt für maßgeschneiderte ASICs wächst rasant.

Broadcom Aktie
Kurz & knapp:
  • Google verhandelt mit Marvell über eigene KI-Chips
  • Broadcoms KI-Umsatz wächst um über 100 Prozent
  • Langfristige Verträge mit Google, Meta und Anthropic
  • Markt für maßgeschneiderte ASICs wächst um 45 Prozent

Google verhandelt mit Marvell über eigene KI-Chips — und trifft damit ausgerechnet jenen Partner, dem es gerade erst langfristige Treue geschworen hat. Für Broadcom ist das ein Signal, das Anleger genau einordnen sollten.

Konkurrenz im eigenen Lager

Die Berichte vom 19. April sind eindeutig: Alphabet führt aktive Gespräche mit Marvell Technology über die Entwicklung eines inferenzoptimierten Tensor Processing Units sowie einer spezialisierten Memory Processing Unit. Das klingt nach einem Angriff auf Broadcoms Kerngeschäft — ist es aber nur zum Teil.

Denn zeitgleich steht Broadcom vertraglich bis 2031 als Googles primärer TPU-Design- und Netzwerkpartner fest. Analysten von Mizuho schätzen, dass allein die Beziehungen zu Google und dem KI-Startup Anthropic in diesem Jahr rund 21 Milliarden Dollar Umsatz einbringen. Ein Marvell-Chip würde Broadcoms Hochleistungs-Silicon nicht ersetzen, sondern ergänzen — für andere Workload-Profile oder kosteneffizientere Inferenz-Aufgaben.

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Markt wächst schneller als die Konkurrenz

Hinter den Verhandlungen steckt eine strukturelle Verschiebung: Die KI-Branche dreht sich von teuren Trainings-Chips hin zur Inferenz — dem Betrieb fertiger Modelle für Nutzeranfragen. Der Markt für maßgeschneiderte ASICs soll 2026 um 45 Prozent wachsen, während Standard-GPUs nur auf 16 Prozent kommen.

Broadcom hält in diesem Segment derzeit rund 70 Prozent Marktanteil. Im letzten Fiskalquartal erzielte das Unternehmen KI-Umsätze von 8,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Quartal peilt das Management 10,7 Milliarden Dollar an. Das langfristige Ziel: 100 Milliarden Dollar KI-Chip-Umsatz bis 2027. Marktforscher von Counterpoint sehen Broadcom auch dann noch bei etwa 60 Prozent Marktanteil, selbst wenn Marvell auf rund 25 Prozent zulegt.

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Verträge als Fundament

Broadcom hat sich in den vergangenen Wochen strategisch abgesichert. Am 14. April folgte eine mehrjährige Partnerschaft mit Meta Platforms zur gemeinsamen Entwicklung von MTIA-Chips bis 2029 — mit einer Anfangsverpflichtung von über einem Gigawatt Rechenkapazität. Außerdem liefert Broadcom ab 2027 TPU-Kapazität im Umfang von 3,5 Gigawatt an Anthropic; der Vertrag ist rund 35 Milliarden Dollar wert, abhängig von Anthropics kommerzieller Entwicklung.

Die Aktie hat dieses Umfeld eingepreist. Mit einem Schlusskurs von 340,95 Euro und einem Plus von über 26 Prozent in den vergangenen 30 Tagen notiert das Papier knapp unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 70 zeigt an, dass die Bewertung technisch ausgereizt ist — einige Analysten sehen den Kurs bereits rund 18 Prozent über bestimmten Fundamentalwert-Schätzungen. Wie viel Spielraum bleibt, hängt davon ab, ob Broadcom die ambitionierten Quartalsziele für das KI-Segment tatsächlich erreicht.

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