Ein Auftrag über mehr als 30 Milliarden Dollar verändert die Perspektive auf Broadcom. Apple bindet sich bis 2031 an den Chiphersteller aus Kalifornien. Der Deal war der zentrale Treiber einer Woche, in der die Aktie um 7,38 Prozent zulegte und am Freitag bei 350,00 Euro schloss.
Apple sichert sich Broadcom-Chips bis 2031
Der iPhone-Konzern hat Broadcom eine langfristige Abnahme zugesagt. Im Zentrum stehen FBAR-Filter und Radiofrequenz-Chips, die Broadcom künftig speziell für Apple entwickelt und fertigt. Für das Werk in Fort Collins, Colorado, investiert Broadcom zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar.
Die Erweiterung soll die Produktion von mehr als 15 Milliarden Chips in den USA ermöglichen. Sie fügt sich damit in Apples „American Manufacturing Program“ ein. Analysten sehen darin mehr als nur einen weiteren Großauftrag: Apple steht für rund 20 Prozent von Broadcoms Jahresumsatz, die Vereinbarung reduziert also ein zentrales Konzentrationsrisiko.
KI-Chips als zweite Wachstumssäule
Der Apple-Deal ist nicht die einzige Baustelle, an der Broadcom aktuell baut. Gemeinsam mit OpenAI hat das Unternehmen Ende Juni den KI-Inferenzchip „Jalapeño“ vorgestellt. Er soll die Inferenzkosten gegenüber klassischen GPUs um die Hälfte senken – ein Fahrplan reicht bis ins Jahr 2029.
Parallel dazu rückt die Partnerschaft mit Meta einem wichtigen Termin näher. Die Produktion des Meta-Chips „Iris“, der nächsten MTIA-Generation, startet im September 2026. Broadcom traut sich deshalb einiges zu: Der KI-Umsatz soll bis zum Geschäftsjahr 2027 die Marke von 100 Milliarden Dollar übersteigen. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 20 Milliarden Dollar.
Zahlen bestätigen den Aufwärtstrend
Die jüngsten Quartalszahlen stützen diese Ambition. Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Broadcom einen Umsatz von 22,19 Milliarden Dollar, ein Plus von 47,9 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Dollar und übertraf damit knapp die Markterwartungen.
Für das dritte Quartal rechnet Broadcom im KI-Geschäft mit rund 16 Milliarden Dollar Umsatz. Das wäre eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert.
Charttechnik zeigt Erholung, aber auch Distanz zum Rekord
Die Aktie hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 8,63 Prozent verteuert, auf Jahressicht steht ein Plus von 17,98 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen aber weiterhin 18,53 Prozent. Der Kurs bewegt sich derzeit fast exakt am 50-Tage-Durchschnitt von 350,75 Euro.
Der RSI von 55 signalisiert ein ausgewogenes Marktumfeld – weder überkauft noch überverkauft. Mit einer Marktkapitalisierung von 1.670,48 Milliarden Euro zählt Broadcom weiterhin zu den Schwergewichten der Chipbranche. Mehrere Analysten haben nach Bekanntwerden des Apple-Deals ihre Kursziele zwischen 500 und 523 Dollar angesiedelt.
Im September entscheidet sich, ob der Produktionsstart der Meta-„Iris“-Chips den nächsten Impuls liefert. Bis dahin bleibt der Ausbau des Networking-Geschäfts der zweite Hebel, an dem sich die hochgesteckten KI-Umsatzziele für 2027 messen lassen müssen.
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