Drei KI-Partnerschaften in einem Monat — Broadcom hat den April genutzt wie kaum ein anderes Unternehmen im Halbleitersektor. Den Abschluss bildet ein Deal mit Meta, der technisches Neuland betritt und gleichzeitig eine bemerkenswerte Governance-Entscheidung erzwingt.
2-Nanometer-Premiere mit Meta
Am 14. April vereinbarten Broadcom und Meta eine mehrjährige strategische Partnerschaft rund um Metas KI-Infrastruktur. Der technische Kern: Die MTIA-Chips, die Broadcom für Meta entwickelt, werden als erste KI-Chips überhaupt im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt. Das ist kein Marketing-Detail — kleinere Prozessknoten bedeuten mehr Rechenleistung bei niedrigerem Energieverbrauch, ein entscheidender Faktor für Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab.
Die erste Ausbaustufe beginnt mit einer Kapazität von über einem Gigawatt und soll sich zu einem Multi-Gigawatt-Rollout entwickeln. Broadcom liefert dabei nicht nur die Chip-Architektur über seine XPU-Plattform, sondern übernimmt auch Design, Packaging und die Netzwerkanbindung der KI-Cluster — letzteres über Broadcom-Ethernet-Technologie. Die Zusammenarbeit ist vertraglich bis 2029 verankert.
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Hock Tan wechselt die Rolle
Der Deal bringt eine Personalentscheidung mit sich. CEO Hock Tan tritt bei der nächsten Meta-Hauptversammlung aus dem Aufsichtsgremium zurück — er hatte den Sitz erst 2024 übernommen. Künftig berät er Meta in einem Advisory-Mandat, das sich spezifisch auf die Custom-Chip-Strategie konzentriert.
Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Ein Vorstandssitz beim Kunden neben einem milliardenschweren Liefervertrag hätte Interessenkonflikte produziert, die beide Unternehmen lieber vermeiden.
Drei Deals, starke Kurserholung
Die Meta-Partnerschaft ist Broadcoms dritter großer KI-Abschluss im April. Anfang des Monats folgten Vereinbarungen mit Googles Mutterkonzern Alphabet — Broadcom produziert künftige Versionen der Tensor Processing Units bis mindestens 2031 — sowie mit dem KI-Unternehmen Anthropic.
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Die Aktie spiegelt die Dynamik wider. Mit einem Plus von knapp 15 Prozent seit Jahresbeginn liegt Broadcom deutlich vor dem breiten Markt. Der Kurs notiert rund 20 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, der RSI von 74 signalisiert technisch überkaufte Bedingungen. Das 52-Wochen-Tief liegt mehr als 129 Prozent unter dem aktuellen Niveau — eine der schärfsten Erholungen im Sektor.
Was als nächstes zählt
Am heutigen Montag findet Broadcoms Hauptversammlung 2026 statt. Auf der Agenda stehen neben dem Vergütungspaket für CEO Tan — über 90 Prozent der Vorstandsvergütung ist variabel und aktienbasiert — auch die Wiederwahl von PricewaterhouseCoopers als Abschlussprüfer. Die Performance-Aktieneinheiten für Tan sind so strukturiert, dass sie seine Führung bis ins Geschäftsjahr 2030 verlängern sollen.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 4. Juni. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 2,39 Dollar bei einem Umsatz von rund 22 Milliarden Dollar — 33 Aufwärtsrevisionen in den vergangenen 90 Tagen, keine einzige nach unten.
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