Der Halbleiterkonzern Broadcom bereitet seinen nächsten Technologieschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz vor. Auf dem OCP Global Summit, der vom 12. bis zum 15. Oktober in San Jose stattfindet, präsentiert das Unternehmen neue Bausteine für hochleistungsfähige KI-Netzwerke. Im Mittelpunkt stehen Komponenten, die den enormen Datenverkehr innerhalb moderner Großcluster bewältigen sollen.

Im Handel zeigte sich das Papier zuletzt stabilisiert. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 322,85 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,5 Prozent entspricht. Damit liegt der Wert rund 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, das Anfang Juni erreicht worden war.

Technische Abstimmung für gewaltige Datenmengen

Auf der Branchenkonferenz in Kalifornien stellt das Unternehmen mehrere neue Ethernet-Switches vor, darunter den Tomahawk 6, den Tomahawk Ultra und den Jericho 4. Ergänzt wird die Palette durch die Netzwerkkarten Thor Ultra 800G und Thor 2 400G sowie die dritte Generation der optischen TH6-Davisson-Technologie mit Co-Packaged Optics.

Die Zusammenstellung zielt darauf ab, Switches, Netzwerkkarten und optische Hardware eng mit speziellen Netzwerkprotokollen zu verknüpfen. Dieser ganzheitliche Ansatz soll Engpässe verhindern, die beim Training und Betrieb umfangreicher KI-Modelle durch parallele Rechenoperationen entstehen. Die physische Verbindung optischer Schnittstellen direkt am Halbleiter spart zudem Energie und reduziert Verzögerungszeiten bei der Signalübertragung.

Diskussionen über Kundenfinanzierung im Hintergrund

Die technologische Weiterentwicklung findet vor dem Hintergrund weitreichender Finanzierungspläne in der Branche statt. Berichten zufolge führte Broadcom Vorgespräche über Finanzierungsmodelle von mehr als 50 Milliarden $, um OpenAI bei der Beschaffung maßgeschneiderter KI-Chips zu unterstützen. Diese Chips entwickeln beide Unternehmen gemeinsam. Dabei handelte es sich um vorläufige Gespräche und keine abgeschlossene Finanzierungsvereinbarung.

Zusätzlich gab es Berichte, wonach ein Bankensyndikat an Plänen für eine Finanzierung von 60 Milliarden $ im Bereich von KI-Chips arbeitete, die unter anderem Anthropic zugutekommen sollte.

Dieser Entwurf sah eine vorrangig besicherte Tranche von 42 Milliarden $ vor, blieb jedoch ebenfalls ein Plan und keine vollzogene Transaktion. Anleger achten nun darauf, ob die Präsentationen in San Jose den Vorsprung des Konzerns bei Ethernet-Lösungen untermauern können.