Broadcom baut sein Softwaregeschäft um ein Thema aus, das im Chipumfeld leicht untergeht: Open-Source-Sicherheit. Mit neuen Werkzeugen für TrueSource Spring Enterprise will der Konzern Unternehmen helfen, Schwachstellen nicht nur zu finden, sondern auch tatsächlich zu schließen.

Patches, die ankommen müssen

Broadcom hat nach eigenen Angaben Korrekturen für 89 bislang unbekannte Schwachstellen ausgeliefert. Zunächst erhalten sie Kunden aus kritischer Infrastruktur und Teilnehmer des Early-Access-Programms, die öffentliche Freigabe folgt später. Seit Jahresbeginn summieren sich die behobenen Lücken über alle TrueSource-Angebote auf 408.

Neu ist vor allem der Werkzeugkasten. TrueSource Hub zeigt in einer Live-Ansicht, welche Anwendungen betroffen sind und wie stark sie gefährdet sind. Plugins für Maven und Gradle liefern Updates als prüfbare Pull Requests direkt in den Build-Prozess. Hinzu kommt eine Integration mit JFrog, die verifizierte Fixes automatisch in Builds einspielt.

Der Scanner-Anbieter Snyk arbeitet mit Broadcom daran, von Broadcom gepatchte Spring-Versionen als behoben zu erkennen, damit Teams weniger Fehlalarme abarbeiten müssen.

Das Angebot gibt es über gestaffelte Standortlizenzen. Es ist ein klares Signal, dass Broadcom die Softwaresparte mit wiederkehrenden Lizenzerlösen weiter stärken will.

Milliardenfinanzierung für KI-Hardware

Parallel dazu rückt das Kerngeschäft mit KI-Chips in den Blick. Ein Konsortium aus Bank of America, Blackstone, Citi und Morgan Stanley stellt 63 Milliarden Dollar bereit. Eine geplante Zweckgesellschaft soll damit Broadcoms XPU-Beschleuniger und Netzwerklösungen kaufen und an den KI-Konzern Anthropic vermieten.

Das Geschäft ist Teil einer bestehenden strategischen Vereinbarung zur Bereitstellung von Rechenkapazität. Die Auslieferungen an die Zweckgesellschaft sollen im kommenden Jahr beginnen. Für Broadcom bedeutet das planbare Nachfrage, ohne dass der Kunde die Hardware selbst finanzieren muss.

Auch das Umfeld spielt mit. Der konkreter geplante Börsengang von Anthropic, möglicherweise ab Mitte November, stützte zuletzt Wachstumswerte. In Asien erholten sich Japan und Südkorea am Dienstag deutlich.

Am Mittwochabend stehen die US-Leitzinsentscheidung sowie die Zahlen von Alphabet und Microsoft an, am Donnerstag folgt Amazon. Gerade die Investitionspläne der Techgiganten dürften zeigen, wie viel Rückenwind den KI-Lieferanten wie Broadcom weiter bleibt.