Während der Nasdaq 100 am Dienstag nachgab, legte Broadcom gegen den Trend rund 6 % zu. Der Grund: zwei weitreichende KI-Lieferverträge, die nicht nur kurzfristig für Kursphantasie sorgen, sondern die Umsatzperspektiven des Unternehmens grundlegend verschieben könnten.
Google bis 2031, Anthropic bis 2027
Im Kern der Kursbewegung steht ein SEC-Filing, das eine Verlängerung der Google-Partnerschaft bis 2031 offenbart. Broadcom wird die siebte und achte Generation von Googles Tensor Processing Units (TPUs) sowie zugehörige Netzwerkkomponenten entwickeln. Die aktuelle TPU-Generation „Ironwood“ läuft bereits seit Ende 2025 in Vollproduktion auf einem 3-Nanometer-Prozess.
Analysten von Citi sehen Broadcom auf Basis dieses Deals auf dem Weg zu mehr als 130 Milliarden Dollar Jahresumsatz — deutlich über dem bisher kommunizierten Ziel von 100 Milliarden Dollar.
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Parallel dazu weitete KI-Startup Anthropic seine Rechenkapazitäten erheblich aus. Ein neues Abkommen sieht 3,5 Gigawatt Rechenleistung über Google Cloud und Broadcom-Hardware vor, die ab 2027 verfügbar sein soll. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh schätzt, dass Broadcom allein aus dem Anthropic-Geschäft 2026 rund 21 Milliarden Dollar KI-Umsatz erzielen wird — 2027 sollen es 42 Milliarden sein.
Wachstum, das sich bereits in den Zahlen zeigt
Diese Deals fallen nicht aus dem Nichts. Im ersten Fiskalquartal 2026 erzielte Broadcom einen KI-Halbleiterumsatz von 8,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz lag bei 19,31 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen leicht. Für das zweite Quartal deutet CEO Hock Tan einen KI-Umsatz von knapp 10,7 Milliarden Dollar an — ein sequenzieller Anstieg von fast 30 %.
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Broadcom profitiert dabei von einer strukturellen Besonderheit: Das Unternehmen liefert die Hardware-Grundlage sowohl für Googles Gemini als auch für Anthropics Claude. Welches KI-Modell am Ende die Nase vorn hat, ist für Broadcom damit weitgehend irrelevant.
Neue CFO, neuer Regierungsvertrag
Abseits der KI-Schlagzeilen gibt es zwei weitere Entwicklungen. Zum einen wird Amie Thuener, seit 2018 Chief Accounting Officer bei Alphabet, ab dem 12. Juni die CFO-Position bei Broadcom übernehmen. Die Personalie vertieft die organisatorischen Verflechtungen mit dem wichtigsten Kunden.
Zum anderen sicherte sich Broadcom Ende März gemeinsam mit Carahsoft Technology einen Fünfjahresvertrag mit der US-amerikanischen Defense Information Systems Agency im Volumen von 970 Millionen Dollar. Der Vertrag umfasst Cloud-Infrastruktur, Sicherheitslösungen und VMware-Produkte für mehrere Behörden des Verteidigungsministeriums — ein weiterer Beleg dafür, dass die VMware-Übernahme von 2023 konkrete Umsätze generiert und das Geschäftsmodell über den KI-Chip-Zyklus hinaus diversifiziert.
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