Bundesrat beschließt höhere Tabaksteuer ab 2027

Die beschlossene Reform verteuert Tabak schrittweise; bis 2030 könnte eine Zigarettenschachtel laut Prognose fast zwölf Euro kosten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Steuerreform von Bundestag und Bundesrat beschlossen
  • Erste Preiserhöhungen zum Jahreswechsel
  • Rund zwölf Milliarden Euro Mehreinnahmen erwartet
  • Zuckersteuer auf Softdrinks ab Mitte 2027 geplant

Rauchen in Deutschland wird spürbar teurer. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat die Reform der Tabaksteuer. Damit ist die schrittweise Anhebung der Abgaben bis zum Ende des Jahrzehnts besiegelt. Die Bundesregierung will so Milliarden für den Bundeshaushalt sichern und den Gesundheitsschutz stärken.

Für Verbraucher bedeutet der Schritt spürbare Mehrkosten an der Kasse. Derzeit kostet eine Schachtel Zigaretten im Schnitt gut acht Euro. Bis 2030 soll dieser Betrag nach Prognosen des Bundesfinanzministeriums auf fast zwölf Euro klettern. Die Hersteller geben die Steuerlast direkt an die Kundschaft weiter.

Die Koalition begründet den Schritt mit den immensen Folgen des Tabakkonsums, an dem jährlich etwa 130.000 Menschen im Land sterben. Gesundheitsexperten begrüßen die Richtung, kritisieren die Pläne jedoch als lückenhaft. Günstigere Alternativen wie Feinschnitt oder Zigarillos blieben weiterhin steuerlich begünstigt, was den Rauchstopp untergraben könnte.

Die fiskalischen Hoffnungen sind groß. Der Bund rechnet über die vierjährige Laufzeit mit Mehreinnahmen von rund zwölf Milliarden Euro. Wirtschaftsverbände und Vertreter der Zollgewerkschaft zweifeln allerdings an diesen Zahlen. Sie warnen vor Ausweichbewegungen in den Schwarzmarkt und bezweifeln, dass die Einnahmen wie geplant fließen.

Zusätzliche Abgaben auf Zucker und Alkohol

Die Tabaksteuer ist Teil eines umfassenderen finanzpolitischen Kurses. Der Staat weitet die Belastung für Genussmittel schrittweise aus. Am Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett bereits Eckpunkte für eine Zuckersteuer auf Softdrinks, die Mitte 2027 in Kraft treten soll.

Stark gesüßte Getränke werden künftig mit einem Aufschlag von bis zu 0,32 Euro je Liter belegt. Das Finanzministerium kalkuliert allein für das Jahr 2027 mit Zusatzerlösen von 690 Millionen Euro. Diese Mittel sollen Finanzierungslücken bei staatlichen Krankenversicherungszuschüssen abfedern.

Parallel dazu plant Berlin, die Abgaben auf Spirituosen, Schaumwein und Alcopops um ein Fünftel anzuheben, während Bier und stiller Wein unangetastet bleiben. Während die Tabaksteuerreform mit dem Beschluss der Länderkammer Gesetz wird, beginnt der Preisanstieg für Raucher bereits zum kommenden Jahreswechsel.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.