Rauchen in Deutschland wird spürbar teurer. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat die Reform der Tabaksteuer. Damit ist die schrittweise Anhebung der Abgaben bis zum Ende des Jahrzehnts besiegelt. Die Bundesregierung will so Milliarden für den Bundeshaushalt sichern und den Gesundheitsschutz stärken.
Für Verbraucher bedeutet der Schritt spürbare Mehrkosten an der Kasse. Derzeit kostet eine Schachtel Zigaretten im Schnitt gut acht Euro. Bis 2030 soll dieser Betrag nach Prognosen des Bundesfinanzministeriums auf fast zwölf Euro klettern. Die Hersteller geben die Steuerlast direkt an die Kundschaft weiter.
Die Koalition begründet den Schritt mit den immensen Folgen des Tabakkonsums, an dem jährlich etwa 130.000 Menschen im Land sterben. Gesundheitsexperten begrüßen die Richtung, kritisieren die Pläne jedoch als lückenhaft. Günstigere Alternativen wie Feinschnitt oder Zigarillos blieben weiterhin steuerlich begünstigt, was den Rauchstopp untergraben könnte.
Die fiskalischen Hoffnungen sind groß. Der Bund rechnet über die vierjährige Laufzeit mit Mehreinnahmen von rund zwölf Milliarden Euro. Wirtschaftsverbände und Vertreter der Zollgewerkschaft zweifeln allerdings an diesen Zahlen. Sie warnen vor Ausweichbewegungen in den Schwarzmarkt und bezweifeln, dass die Einnahmen wie geplant fließen.
Zusätzliche Abgaben auf Zucker und Alkohol
Die Tabaksteuer ist Teil eines umfassenderen finanzpolitischen Kurses. Der Staat weitet die Belastung für Genussmittel schrittweise aus. Am Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett bereits Eckpunkte für eine Zuckersteuer auf Softdrinks, die Mitte 2027 in Kraft treten soll.
Stark gesüßte Getränke werden künftig mit einem Aufschlag von bis zu 0,32 Euro je Liter belegt. Das Finanzministerium kalkuliert allein für das Jahr 2027 mit Zusatzerlösen von 690 Millionen Euro. Diese Mittel sollen Finanzierungslücken bei staatlichen Krankenversicherungszuschüssen abfedern.
Parallel dazu plant Berlin, die Abgaben auf Spirituosen, Schaumwein und Alcopops um ein Fünftel anzuheben, während Bier und stiller Wein unangetastet bleiben. Während die Tabaksteuerreform mit dem Beschluss der Länderkammer Gesetz wird, beginnt der Preisanstieg für Raucher bereits zum kommenden Jahreswechsel.


